Wiener Ärztin deckt auf: Kinder stecken Eltern an

Jeden Montag gibt Schuldirektor Niki Glattauer in "Heute" Noten.
Jeden Montag gibt Schuldirektor Niki Glattauer in "Heute" Noten.heute.at
Schuldirektor Glattauer gibt Noten. Heute: Ärztin alarmiert:"Kinder stecken Eltern an." Und eine Mutter kritisiert: "Weder Tests, noch Infos!"

Eine Wiener Schulärztin schlägt Alarm. Sie will anonym bleiben, trifft mich mit Maske und Kopftuch. Sie sagt, dass sie entgegen der "politisch genehmen Ergebnisse gewisser Studien" (wie z.B. des Robert-Koch-Instituts in Berlin) mit eigenen Augen sehe, wie sich Schüler ab Volksschulalter "reihenweise aneinander anstecken" und das Virus "im präsymptomatischen Zustand (Anm.: vor Ausbruch der Krankheit) in die Öffentlichkeit tragen".

Die Ärztin: "Viele Kinder stecken ihre Eltern an, nicht umgekehrt. Das verschweigt man, um den Schulbetrieb nicht zu gefährden." Die schulischen Infektionszahlen würden "geschönt", indem K1-Schüler "bewusst nicht getestet werden" (s.u.). Resultat: "Kinder überstehen die Infektion, ohne in die Statistik zu fallen."

Ihr Aufruf: "Aus ärztlicher Sicht muss man die Klassen entflechten: Schichtbetrieb, Ausweichräume, kurzzeitige Schließung einzelner Schulen. Was jetzt geschieht, ist Augenauswischerei."

Note: Mutig, Frau Doktor! 

Glattauer gibt Noten
Niki Glattauer ist seit 20 Jahren Lehrer in Wien, aktuell Direktor des "SZ-FIDS" in Meidling. Dazu hat er 13 Bücher geschrieben.
Jeden Montag vergibt er in einer Kolumne für "Heute" Schulnoten.

Alle seine Artikel finden Sie hier.

Mutter kritisiert: "Weder Tests noch Infos!"

Leserin Christine Fichtinger schreibt mir: "Ich (Krankenschwester von Beruf) frage mich, warum die Schule zum Thema 'Corona' nicht besser gerüstet ist? Warum sitzen immer noch 26 Teenager dicht gedrängt in den Klassen? Dann werden stundenlang die Fenster offen gehalten, die Klassentüre auch, damit es schön durchzieht. Elf Kinder haben einen Schnupfen, weil es so kalt ist in der Klasse. Bei meinem Sohn in der Klasse (AHS, 5. Klasse) gibt es eine positiv getestete Schülerin und zwei Verdachtsfälle. Ebenso ist eine Professorin ein Verdachtsfall. Ich habe es nebenbei zwischen Hausübung und Kakaopause von meinem Sohn erfahren. Wir wurden als Eltern (bin Elternvertreterin) nicht informiert. Es wurden die Kinder auch nicht getestet. Es besteht auf alle Fälle die Gefahr, dass die Eltern infiziert werden und das Virus dann an den Arbeitsplatz bringen. (Ich schreibe im Namen von 24 fassungslosen Eltern)"

Note: Nicht genügend

Von da her kann's jetzt nur besser werden… 

"Braucht es mehr SchulärztInnen in Wien – Ja oder Nein?" war eine der 50 Fragen gewesen, die "Heute" den Spitzenkandidaten vor der Wien-Wahl gestellt hatte. Die Antwort der "großen Vier", die ab Montag Sondierungsgespräche miteinander führen, war eindeutig: Ja. Ja. Ja. Ja. Ebenso auf die Frage, ob es "an jeder Pflichtschule "verpflichtend eine/n Sozialarbeiter geben" solle: viermal Ja. Rotgrünpinke Übereinstimmung beim Nein zu separierten "Deutschförderklassen" und beim Ja, ob es "mehr Lehrerinnen mit Migrationshintergrund" brauche.

Von da her ;-), Herr Bürgermeister, bin ich voll Vorfreude auf eine eigene Schulärztin – meine arbeitet an zwölf (!) Schulen –, einen Sozialarbeiter, ein, zwei Lehrerinnen, die mit Schülern auch in deren Muttersprache reden können, und aufs Wiener Veto gegen "Ausländer"-Klassen.

Note: Man darf gespannt sein
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