Für "Heute"-Leser Wolfgang sollte es ein gemütlicher Abend mit Freunden werden. Am 7. Juni bestellte er über Lieferando Essen im Wert von 57,79 Euro bei einem asiatischen Restaurant. Doch statt der Lieferung gab es jede Menge Ärger.
Laut dem Wiener wurde die Bestellung in der Lieferando-App zwar als "zugestellt" markiert, tatsächlich sei jedoch nie ein Essen angekommen. "Wir waren zu fünft, haben auf das Essen gewartet und sogar extra das Handy ständig griffbereit gehabt", erzählt Wolfgang weiter.
Das Restaurant habe ihm zunächst mitgeteilt, der Fahrer sei unterwegs. Wenig später sei jedoch erklärt worden, die Bestellung sei bereits ausgeliefert worden. Auch in der App wurde der Status entsprechend angezeigt.
Lieferando blieb laut dem Wiener bei seiner Darstellung. Demnach habe der Zusteller versucht, den Kunden telefonisch zu erreichen. Weil niemand abgehoben habe, sei das Essen an der Lieferadresse abgestellt worden. Zusätzlich sei eine E-Mail über die erfolgte Zustellung verschickt worden.
Der Wiener bestreitet das entschieden. "Ich habe die Bestellung nie erhalten. Einen nachvollziehbaren Zustellnachweis wie ein Foto, eine Unterschrift oder eine Ablagebestätigung konnte mir niemand vorlegen." Die Folge: Wolfgang hat 57 Euro bezahlt – aber kein Essen bekommen.
Der Wiener wollte den Fall nicht auf sich beruhen lassen und wandte sich an die Internet Ombudsstelle. Diese leitete zwar ein Schlichtungsverfahren ein, Lieferando beteiligte sich daran jedoch nicht.
Die Ombudsstelle musste das Verfahren deshalb ohne Einigung beenden und verwies den Wiener auf andere rechtliche Möglichkeiten. Nach ihrer Einschätzung liegt bei einer nicht erfolgten Essenszustellung grundsätzlich die Verantwortung bei Lieferando als Zustelldienst.
Lieferando betont gegenüber "Heute", dass es sich um einen Einzelfall handle und man sich stets um kundenfreundliche Lösungen bemühe. Im konkreten Fall sei die Rückerstattung bereits veranlasst worden.
Laut Unternehmen konnte der Zusteller den Kunden telefonisch nicht erreichen und stellte die Bestellung nach mehrminütiger Wartezeit am nächstmöglichen Abstellplatz ab. Schwierigkeiten entstünden häufig durch unvollständige Adressangaben oder fehlende Kontaktdaten.
Erst über sein Kreditkarteninstitut erhielt der Wiener schließlich sein Geld zurück. Er reklamierte die Abbuchung mit der Begründung, dass die bestellte Leistung nie erbracht worden sei. Die Rückbuchung war dann letztendlich erfolgreich.
Für Wolfgang bleibt dennoch ein bitterer Nachgeschmack. Für ihn dürfte es die letzte Bestellung bei Lieferando gewesen sein.