Die gesetzliche Impfpflicht tritt fix ab Anfang Februar 2022 in Kraft und wird bis voraussichtlich Ende Jänner 2024 gelten. Ausgenommen sind nur Schwangere für die Dauer der Schwangerschaft, Kinder unter 14 Jahren, Genesene für 180 Tage ab Nachweis und Personen, die durch eine Impfung gefährdet werden könnten.
Alle, auf die das nicht zutrifft, erhalten per Post verpflichtende Impftermine. Personen, die sich nicht impfen lassen, erhalten umgehend saftige Geldstrafen. Denn an sogenannten "Impfstichtagen" – viermal jährlich – schlägt der Bund dann das zentrale Impfregister auf. Wer bis dahin keinen Eintrag im E-Impfpass hat, brennt gleich einmal 600 Euro. Verweigerer im doppelten (Impfung und Geldstrafe) kann der Maximalbetrag von 3.600 Euro aufgedonnert werden.
Die Impfpflicht-Debatte lässt niemanden kalt. Auf den Straßen der Wiener Innenstadt erhitzten die Gemüter:
Bei der "Heute"-Straßenbefragung wurde Klartext gesprochen. Sowohl glühende Befürworter als auch scharfe Kritiker der Impfplicht legten ihre Argumente dar.
Christoph (56) unterstützt die Impfpflicht: "Wenn man sich anschaut, was für einen Schaden die Pandemie macht und unsere Verantwortung, dazu beizutragen, dass Intensivstationen nicht voll sind, finde ich diese Größenordnung maßvoll."
Teenager Max (19) sieht die Impfpflicht zwar kritisch, kann ihr aber auch etwas abgewinnen: "Meiner Meinung sollte man es den Menschen selber überlassen, immerhin ist es ein körperlicher Eingriff, aber es wird die ganze Sache voranbringen, dass es zu einem Ende kommt. Weil es geht uns schon allen auf die Nerven."
Laut Alexander (41) hätte die Pandemie auch ohne die radikale Maßnahme eingedämmt werden können. "Es hätte alles nicht sein müssen, wenn die Bundesregierung die Bevölkerung besser informiert hätte", erklärt er.
Roman (34) wettert gegen die Regierung: "Ich bin gespannt, was man uns im Sommer erzählt, wenn man dann wieder auf Konzerte gehen darf, weil alle geimpft sind. Dann wird uns eine neue Story aufgetischt. Es ist einfach nur noch Chaos pur, was unsere Show-Truppe da produziert." Er befürchtet, dass die Impfpflicht die Spaltung der Gesellschaft vorantreibt. "In unserem Umfeld sind Freundschaften zerbrochen, in Familien spielen sich sehr schlimme Geschichten ab."
Claudia (52) ist komplett anderer Meinung: "Wenn wir die Pandemie damit in die Griff bekommen, ist es eine gute Idee. Ich bin dreifach geimpft und sehe nicht ein, warum man sich nicht impfen lassen soll." Ihr ist der Gesetzesentwurf nicht hart genug. "Ich finde die Strafen gerechtfertigt, sie sollten sie sogar noch hinaufsetzen."