Wiener Gastro-Lady wütend wegen nachlässiger Kollegen

Andrea Winkler aus der Gastro-Dynastie Querfeld ist über die verschärften Kontrollen erfreut.
Andrea Winkler aus der Gastro-Dynastie Querfeld ist über die verschärften Kontrollen erfreut.Alexandra Diry
In der Gastronomie werden jetzt verschärfte Kontrollen durchgeführt. Bei einer "Heute"-Meinungsumfrage haut eine Wiener Lokalbesitzerin auf den Tisch. 

Die lokalen Gesundheitsbehörden werden mittels Erlass angewiesen, Kontrollen der 3-G- bzw. 2-G-Regel in den verschiedenen Bereichen zu verstärken. Umgesetzt wird dies in enger Zusammenarbeit mit der Exekutive. Schwerpunktkontrollen soll es in Lokalen und Restaurants, aber auch in Clubs, Diskotheken und Bars geben. Im "Ö1-Morgenjournal" verglich ein Wiedner Lokalbesitzer den Erlass mit Maßnahmen des "Kommunismus" und heizte mit seiner Kritik Debatten in den Küchen des Landes auf.

Gastronomen gespalten

"Heute" fragte in Wiener Gaststätten nach Meinungen von Besitzern und Personal und fing die Zerrissenheit der Branche zu diesem Thema ein. Bei der Meinungsumfrage wurden die verschärften Kontrollen von zwei Befragten befürwortet. Sie äußerten Unverständnis gegenüber Kollegen, die nicht oder nachlässig kontrollieren, da sie um ihr Geschäft in den kommenden Monaten bangen. Andererseits ist ein Kellner enttäuscht, weil seiner Meinung nach ein Versprechen der Regierung nicht eingehalten wurde und die Polizeieinsätze seine Gäste vertreiben könnten (Video unten).

"Kollegen haben nicht begriffen, dass es um unsere Zukunft geht"

Andrea Winkler, Geschäftsführerin vom Café Mozart und Crossfield‘s Australian Pub:

"Hervorragend! Leider gibt es Kollegen, die sich nicht daran halten und offensichtlich nicht begriffen haben, dass es um unsere Öffnungszukunft im Winter und Herbst geht. Letztendlich war es der Deal der Wirtschaftskammer, dass wir am 19. Mai überhaupt öffnen durften. Es ist nicht zu viel verlangt, diese Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Es geht auch um unsere Mitarbeiter, unsere Gesundheit und die der Gäste." Die Aussagen von Gesundheitsminister Mückstein, dass bei ansteigender Belegung der Intensivbetten wieder zugesperrt werden könnte, sieht sie nicht als Drohgebärde: "Das ist keine Drohung, sondern ein realistisches Szenario, man braucht ja nur eins und eins zusammenrechnen und zählen. Auch wir haben in unserem Umfeld bereits Fälle von zweimal Geimpften, die Gottseidank nicht schwer erkrankten, aber leider Spreader sind und damit 14 Tage abgesondert sein müssen."

"Angstmacherei ist nicht okay"

Selcuk Yildirim, Oberkellner vom Restaurant Levante:

"Ich denke es gibt Lokale, wo die Gäste fehlen, was soll man da kontrollieren. Die paar Gäste die kommen, könnten durch Angstmacherei und Druck, dass jetzt die Polizei auch mitmacht, abgeschreckt werden." Angesprochen auf das Statement des Ministers, dass ein Lockdown drohe, fragte er konsterniert: "Was ist mit dem Versprechen passiert, dass man die Freiheit bekommt, wenn die Leute geimpft sind. Das man jetzt mit der Angstmacherei kommt, dass wir im Herbst schließen könnten, finde ich nicht okay."

"Ich brauche keinen dritten Lockdown"

Filip Iluszko, Serviceleiter von der Bierbar Stadtboden Wien:

"Ich persönlich finde das gut, weil ich brauche keinen dritten Lockdown. Ich bin abhängig von diesem Job und wenn wir durch scharfe und engmaschige Kontrollen durch die Pandemie – den Herbst und Winter – kommen, finde ich das gut." Mit dem Einsehen personenbezogener Daten kommt er weniger gut zurecht: "Blöd ist, dass ich als Servicemitarbeiter in die Privatsphäre vom Gast eintauche. Das ist das einzige, was ein bisschen unangenehm für mich ist."

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