BVT prüfte Video: IS-Kämpfer ist Österreicher

Ein österreichischer IS-Kämpfer hat sich jüngst in Syrien den Kurden ergeben haben. Ein Video des Mannes kursiert im Netz. Der BVT bestätigt seine österreichische Staatsbürgerschaft.
Die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) liegt in den letzten Zügen. In der kleinen Ortschaft Baghus, am Euphrat an der syrisch-irakischen Grenze, verschanzen sich die letzten Fanatiker. Seit Tagen und Wochen ergeben sich Tausende von IS-Kämpfern und -Anhängern den Syrischen Demokratischen Streitkräften (SDF), einer kurdisch-arabischen Allianz.

Darunter ist auch ein Mann, der in einem auf Facebook kursierenden Video erklärt, er sei in Wien als Kind einer kurdisch-alevitischen Familie aufgewachsen und österreichischer Staatsbürger. Nach der Prüfung des in sozialen Medien kursierenden Videos geht das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) von der Echtheit der Aufnahmen aus.

"Bei der darauf zu sehende Person handelt es sich um einen österreichischen Staatsbürger mit türkischen Wurzeln", teilte das Innenministerium am Montag auf Anfrage der APA mit.

Die letzte IS-Bastion Baghus an der syrisch-irakischen Grenze
Dem Außenministerium lagen zu dem aufgetauchten Video zunächst "keine gesicherten Erkenntnisse" vor, wie Ministeriumssprecher Peter Guschelbauer am Wochenende noch sagte. Er verwies auch auf die "sehr eingeschränkten Möglichkeiten" in den syrischen Konfliktgebieten.

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Reiste 2015 nach Syrien



Der österreichische Politikwissenschafter Thomas Schmidinger sagte bereits zuvor gegenüber der APA, die Angaben des Mannes stimmen. Er stehe mit Angehörigen in Kontakt, die ihn identifiziert hätten. Ob der Mann die österreichische Staatsbürgerschaft besitze, konnte er nicht verifizieren, dies obliege den Behörden.



Der Wiener, der seinen Namen im Video mit Azad G. angibt, ist der erste IS-Kämpfer aus Österreich, den die kurdischen Einheiten gefasst haben. Laut eigenen Angaben war er früher Alevit (eine in Österreich anerkannte Religionsgemeinschaft), kovnertierte dann aber zum sunnitischen Salafismus und radikalisierte sich in Wien. Im Jahr 2015 sei er dann nach Syrien gereist, um sich dem "Islamischen Staat" anzuschließen.

An die 100 IS-Kämpfer aus Österreich dürften sich laut BVT noch in Syrien und dem Irak befinden. Der prominenteste österreichische IS-Anhänger Mohammed M. wurde vor einigen Monaten bei einem Luftangriff getötet, wie inzwischen zweifelsfrei bestätigt wurde.

(hos)

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