Wut unter Wiener Lehrern! "Wir müssen dem Geld regelrecht hinterherlaufen", klagt die Wienerin Lara* (Name von der Redaktion geändert) im "Heute"-Talk. Sie wirft der Bildungsdirektion vor, dass Gehälter, zusätzliche Leistungen, Sommerschule oder Projektwochen häufig mit monatelanger Verspätung oder sogar gar nicht ausbezahlt werden.
"Ich selbst habe bis heute keine Bezahlung für Projekttage im Juni 2025 erhalten. In einem anderen Fall wurde mir eine Zulage von mehreren tausenden Euro über mehrere Monate hinweg nicht ausbezahlt", führt die Lehrerin weiter aus.
Projekte wie Lesenächte sollen nur dank besonders engagierter Lehrkräfte stattfinden können. "Solche Veranstaltungen werden überhaupt nicht bezahlt und erfolgen freiwillig", schildert Lara. Für sie ist klar: Auch die Kinder bekommen die Folgen zu spüren. Immer mehr Personal soll überlegen, derartige Aktivitäten überhaupt nicht mehr anzubieten.
Doch damit hat der Ärger noch kein Ende: Der bürokratische Aufwand sorgt ebenfalls für Kritik. Statt digitaler Lösungen müssen die Lehrkräfte komplizierte Prozesse durchlaufen – Mails und Anrufe sollen unbeantwortet bleiben.
Gegenüber "Heute" erklärt die Pressestelle der Bildungsdirektion Wien: Grundsätzlich erfolge die Abrechnung von Gehältern und Zusatzleistungen laufend und nach klar geregelten Verfahren. Die Abwicklung erfolgt dabei in Zusammenarbeit mit den Schulleitungen, entsprechende Leistungen wie Mehrdienststunden oder Schulveranstaltungen werden vor Ort erfasst und an die Bildungsdirektion übermittelt.
"Aufgrund des hohen Volumens an Abrechnungen kann es in Einzelfällen jedoch zu Verzögerungen kommen", so die Bildungsdirektionssprecherin. Der betroffenen Lehrkraft steht es zudem offen, eine Einzelprüfung ihres Vorfalls zu bekommen. Ob Lara das Angebot annehmen wird, bleibt unterdessen offen.