Beruflich war die Pandemie für Opersänger Miki Stojanov ein Paukenschlag: Von einem Tag auf den anderen endete der Kulturbetrieb – statt großer Rollen, wie den Canio aus "Pagliacci" konnte der Tenor nur ein finanzielles Klaglied anstimmen: Von 960 Euro AMS-Geld blieb ihm am Monatsende ein leeres Konto. Auch tosender Applaus aus vollen Sälen fiel trotz Auftritten im Sommer (Open Air, im Video) fortan aus.
Da wusste der Vater eines 5-Jährigen: „Ich muss etwas tun!“ Der gebürtige Nordmazedonier tauschte bunte Kostüme der Dream Opera gegen die graue Uniform der Sicherheitsfirma: Im August bewarb er sich als Security, und bekam den Job – übrigens gemeinsam mit einer Malerin, einem auftragslosen DJ und einem Ex-Fußballspieler.
„"Ich bin mir für nichts zu schade"“
Unglücklich ist er mit seiner Entscheidung nicht: "Eigentlich wäre es ja die Aufgabe der Politik uns Künstlern zu helfen. Aber jammern und nichtstun war für mich keine Option – deshalb habe ich mich für diesen radikalen Rollenwechsel entschieden", sagt er im "Heute"- Gespräch und stellt klar: "Ich bin mir für nichts zu schade". Dauerlösung soll die neue 30-Stunden-Stelle als Portier aber keine sein: Außerhalb der Arbeit übt er weiter fleißig Arien für die Zeit nach Corona und betreibt nebenher auch noch eine Homepage mit Musiklehrervermittlung für Online-Unterricht.