Wiener Party-Hotspots boomten am Wochenende wieder

Auch am Freitag und Samstag versammelten sich wieder zahlreiche Menschen bei den Party-Hotspots der Hauptstadt. (Symbolbild)
Auch am Freitag und Samstag versammelten sich wieder zahlreiche Menschen bei den Party-Hotspots der Hauptstadt. (Symbolbild)CHRISTOPHER GLANZL / APA / picturedesk.com
Erneut fanden sich zum Start in das Wochenende etliche Menschen an den öffentlichen Wiener Party-Hotspots ein. Es gab nur wenige Anzeigen. 

Es sind die Party-Treffpunkte der Wiener schlechthin geworden: Als Ersatz für Veranstaltungen in Clubs, steuern viele Feiernde öffentliche Plätze wie den Donaukanal, den Schwedenplatz und vor allem den Karlsplatz an. 

Vor allem gegen 23:30 strömen immer mehr Menschen zu den öffentlichen Plätzen. Mit der aktuellen Sperrstunde um 24 Uhr konfrontiert, bieten um diese Zeit viele Gastwirte ihren Gästen die letzte Runde an Getränken an. Viele Feierlustige wollen dem zuvorkommen und ziehen dann noch weiter in Richtung besagter Party-Hotspots.

Nach dem Polizeieinsatz am letzten Freitag, der die Situation am Wiener Karlsplatz völlig eskalieren ließ, verlief die Situation am Freitag und Samstag weitaus ruhiger. Insgesamt berichtet die Wiener Polizei von 19 Anzeigen, verteilt über die Party-Hotspots. Nach den Geschehnissen am Karlsplatz am vergangenen Freitag , dürfte dies eine recht zufriedenstellende Bilanz sein.

"Man trifft seine alten Freunde wieder"

Ein Partybesucher äußerte sich gegenüber dem ORF: „Wir wohnen alle hier in der Nähe und dachten wir kommen alle nochmals vorbei und schauen“. Viele kämen gar aus den Randbezirken der Stadt, wie ein anderer Besucher dem ORF erklärte: "Und das ist ja das gute, man trifft seine alten Freunde, man begegnet sich und das ist das tolle daran“. Eine andere junge Frau meinte zum ORF weiter: „Du kannst so lange bleiben wie du willst. Niemand sagt was“.

Alternative Vorgangsweise

Zwar brachte die Polizei am Freitag Kamera-Wägen in Position, um eventuelle Videoaufzeichnungen sichern zu können. Im Endeffekt wurde musste davon aber kein Gebrauch gemacht werden, wie eine Sprecherin der Polizei dem ORF erklärte. Sogenannte Awareness-Teams waren hingegen erstmals im Einsatz: Vierer-Teams aus Sozialarbeitern oder ehemaligen Festivalmitarbeitern sollten auf übermütige Feiernde deeskalierend einwirken und auch zu Themen wie Lärm und Müll informieren. Auch die Awareness-Teams konnten sich aufgrund des insgesamt ruhigen Verlaufs der Nacht im Hintergrund halten.

Aktivisten mit Parole gegen Polizei

Empört wegen der Vorgehensweise der Wiener Polizei am Freitag vor einer Woche, reagierten Aktivisten prompt mit einem Spruchband, um ihre Meinung gegenüber der Exekutive kundzutun. Auf einem Baukran hissten sie die Parole "ACAB", was als englische Abkürzung für "Alle Polizisten sind Bastarde" steht. Grundsätzlich bedienen sich vor allem Hooligans dieses Ausspruchs, allerdings hatten sich auch diverse Jugendsubkulturen mehrfach abfällig gegenüber Polizisten und deren Vorgehen geäußert.

Die vergessene Generation

„Man hat auf uns vergessen, man hat sich nicht um einen Platz gekümmert, wo wir feiern können, wo wir sein können“, klagte ein Jugendlicher gegenüber dem ORF. Dass sich auch der Donaukanal durch die geschlossenen Clubs immer mehr zur Partymeile verwandelte, konnten einigen auch etwas Positives abgewinnen: „Man trifft immer neue Freunde, so kann man Leute treffen, jetzt in diesen schwierigen Zeiten“, meinte etwa ein Besucher zum ORF.

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