Es ist Donnerstagabend, Helmut W. trägt eine FFP2-Maske, das Beifahrerfenster ist einen Spalt geöffnet. Eine durchsichtige Plastikscheibe trennt den erfahrenen Taxifahrer von seinem Fahrgast. "Die Scheibe ist freiwillig, die ist nicht einmal Vorschrift", erzählt Helmut W. im Gespräch mit einem "Heute"-Redakteur. Der Floridsdorfer konnte seinen Handwerkerberuf aufgrund eines Arbeitsunfalls im 33. Lebensjahr nicht mehr ausüben, seitdem fährt er Taxi – gerne, wie er sagt. Aber momentan fühle er sich in seinem Beruf nicht mehr sicher, erzählt der 53-Jährige.
Jetzt lesen: Ludwig verkündet Corona-Änderung auch für Wien
"Überall braucht man Tests oder muss genesen sein. Um zu mir ins Auto zu steigen, braucht man nichts. Der Gast kann Corona haben und mich anhusten, anspucken. Ich habe da keine Handhabe. Wir Taxler sind Corona schutzlos ausgeliefert", ärgert sich der Wiener. Aus Angst um seine Gesundheit habe W. schon überlegt, das Taxifahren sein zu lassen. "Aber wovon soll ich dann leben?", fragt er verzweifelt.
Mit seinen Sorgen sei Helmut W. bei Gott nicht alleine: "Wir reden ja, die Kollegen und ich, am Standplatz", so der Vollbut-Taxler, "aber jammern hilft auch nichts. Ich kann nur hoffen, dass ich gesund bleibe".
Auf die Frage, was er sich von der Politik wünsche, sagte der Floridsdorfer: "Die Regierung soll unseren Berufsstand schützen, wie alle anderen auch geschützt werden. Wien hat ein hervorragend ausgebautes Öffi-Netz. Wer Taxi fahren will, soll einen 2G-Nachweis herzeigen", so Helmut W.