Wiener Zahnklinik wies Mädchen (5) trotz Schmerzen ab

Die kleine Wienerin Doris (mit Papa Thomas) erlebte eine wahre Arzt-Odyssee.
Die kleine Wienerin Doris (mit Papa Thomas) erlebte eine wahre Arzt-Odyssee.Sabine Hertel
Spülung, Schmerzmittel – und raus: So schasselte eine Ärztin im Zahngesundheitszentrum Floridsdorf die kleine Patientin ab. Die ÖGK entschuldigt sich.

Doris (5) versteht die Welt nicht mehr: Am 8. Jänner fuhr das Mädchen mit seiner Mutter Christine N. (33) zum Zahngesundheitszentrum der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) in der Karl-Aschenbrenner-Gasse (Floridsdorf). „Doris wollte selbst dorthin, weil sie schon mehrmals dort war und sich gut aufgehoben gefühlt hat. Sie wurde auch von einem netten Zahnarzt behandelt“, erzählt ihr Vater, Thomas N. (50).

Doch diesmal biss Familie N. auf Granit: „Die Zahnärztin dort meinte, dass keine Kinder behandelt werden. Doris bekam nur eine Spülung, meine Frau erhielt ein Rezept für ein Schmerzmittel und eine Liste mit Zahnärzten“, ist Thomas N. noch immer wütend.

"Stellen sie sich nicht so an, Schmerzen gehören dazu!"

In seiner Verzweiflung rief das Ehepaar die Ärzte durch – aber: „Entweder wurden keine neuen Patienten aufgenommen oder die Wartelisten waren so lang, dass es uns nichts gebracht hätte“, so der Gemeindebedienstete (MA 48). Doch der Wiener ließ nicht locker und wollte der Ärztin selbst auf den Zahn fühlen: „Ich rief im Zahngesundheitszentrum an und sprach mit ihr. Ich fragte sie, seit wann man mit Schmerzpatienten so umgeht, insbesondere mit Kindern. Doch sie meinte nur, ich soll mich nicht so anstellen. Meine Tochter hat ja eh eine Spülung bekommen und Schmerzen gehören halt dazu“, meint Markus R. zähneknirschend.

Zum Glück fand die Familie schließlich einen Kassen-Kinderzahnarzt, der Doris sofort behandelte. Dieser stellte eine Entzündung nach einer Wurzelbehandlung fest, verschrieb ein Antibiotikum, das rasch half. Was bleibt, ist ein bitterer Nachgeschmack.

ÖGK will "klärendes Gespräch" mit Zahnärztin führen

"Heute"fragte bei der ÖGK nach, wie es zu diesem Vorfall kommen konnte: „In allen acht Zahngesundheitszentren der ÖGK in Wien werden natürlich auch Kinder behandelt und versorgt. Die ÖGK entschuldigt sich vielmals für dieses unprofessionelle und unsensible Vorgehen und setzt alles daran, dass es nicht mehr zu solchen Vorkommnissen kommt. Mit der an diesem Tag im Dienst befindlichen Zahnärztin wird umgehend ein klärendes Gespräch geführt und darauf hingewiesen, dass gerade bei der Behandlung von Kindern mit einer besonderen Sensibilität vorzugehen ist.“

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