"Heute"-Leserin Gabriele aus Wien wollte am Samstag eigentlich nur ihre alten Kleider verkaufen, um mehr Platz im Kleiderschrank zu schaffen. Auf "Vinted" können User ganz einfach Second-Hand-Kleidung kaufen, verkaufen oder tauschen – der vermeintlich perfekte Deal für die Wienerin. Doch dann wurde sie innerhalb weniger Sekunden eiskalt abgezockt.
Sie staunte nach ihrer ersten Registrierung auf dem Online-Marktplatz, denn rasch flatterte schon ein Angebot herein: "Eine Frau mit einer Adresse aus Österreich hat mich kontaktiert. Ich war begeistert."
Doch die Freude hielt nicht lang: "Ich wurde dann mit einem Link auf eine täuschend echte Seite gelockt, wo man seine Identität als Verkäufer bestätigen musste." Mittels geblocktem Kreditkarten-Betrag sollte der Kauf abgewickelt werden: "Es hat wirklich so ausgesehen, als wäre man innerhalb der App in einem geschützten Raum, um mit der Käuferin den Deal abzuwickeln."
Doch es kam alles anders: Plötzlich waren 500 Euro von der Kreditkarte weg. Die 36-Jährige versuchte alles, den Vorgang sofort rückgängig zu machen, doch sie hatte keine Chance gegen die üblen Tricks der unbekannten Betrüger.
"Ich bin natürlich zur Polizei gegangen, habe Anzeige erstattet. Den Betrug habe ich auch bei der Bank gemeldet, vielleicht bekomme ich das Geld ja zurück. Doch viel Hoffnung habe ich nicht", so die "Heute"-Leserin. "Der Vorgang war so täuschend echt, eine Verifikation über Kreditkarte machen zum Beispiel auch viele Hotels. Beim nächsten Mal passe ich aber doppelt und dreifach auf", sagt Gabriele.
Immer wieder häufen sich Betrugsfälle auf der Second-Hand-Plattform "Vinted". Auch die unabhängige Informationsplattform "Watchlist Internet" warnt regelmäßig vor den neuen Maschen von Betrügern im Netz.
Beispielsweise sind derzeit QR-Codes auf "Vinted" im Umlauf, über diese sollen User dann zahlen oder verkaufen können. Dann schnappt die Falle zu – die Kriminellen erfragen Bankdaten und versuchen, Geld vom Konto zu stehlen.