"Willy Morgan": Dieses Spiel ist jetzt schon Kult!

Schon in der Vorschau zu "Willy Morgan and the Curse of Bone Town" kamen wir aus dem Schwärmen nicht heraus. Das ändert auch der neue Test nicht.

"Willy Morgan and the Curse of Bone Town" ist vor allem eines: Eine Hommage an klassische Point-and-Click-Adventures wie "Monkey Island" und "Day of the Tentacle", wobei es so gut ist, dass es selbst schon jetzt ein PC-Kulttitel ist. Wobei der Vergleich mit "Monkey Island" nicht von ungefähr kommt: Im neuen Game der Entwickler imaginarylab und Publisher VLG geht es nicht nur auch um Piraten, im Spielverlauf gibt es auch mehr als nur eine Anspielung auf den "geistigen Vater".

Doch zu Beginn von "Willy Morgan and the Curse of Bone Town" ist von Piraten erst mal nicht viel zu sehen. Der Titel-gebende Jugendliche Willy Morgan wird uns in einer Videosequenz in seinem modernen Zuhause vorgestellt. Er zockt Videospiele, schreibt Forschungsarbeiten für den Unterricht am Laptop und rätselt über das Verschwinden seines Vaters. Der berühmte Archäologe Henry Morgan verschwand vor genau zehn Jahren spurlos. Doch schon zum Spielstart erreicht uns ein Brief.

Mix aus Klassiker und Neuheit

Im zehn Jahre alten Brief, der Willy nun ins Haus flattert, wird dieser von seinem Vater aufgefordert, in den Ort Bone Town zu kommen und dort niemandem zu vertrauen. Es folgt der Aufbruch zum mysteriösern Ort, was gleichzeitig auch als Tutorial des Spiels fungiert. Gespielt wird ohnehin fast nur mit der Maus, wobei einfach Objekte angeklickt und mit Personen interagiert werden kann. Per Tastatur lassen sich auch das Inventar ein- und ausblenden sowie Schauplätze anzeigen.

Unterlegt ist dies alles, wie auch später, mit typischer Hintegrundmusik, die ebenfalls an die alten Klassiker erinnert und wie die Kirsche auf die Torte passt. Innovativ, aber ebenso passend ist die 3D-Grafik des Spiels. Das Game zeigt einen Mix aus traditionellem Point-and-Click-Gameplay samt eingeblendeten Dialogen, aufpoppenden 2D-Notizen und einem Inventory an der unteren Bildschirm-Leiste – und kombiniert das mit einer neuen 3D-Grafik.

Ein Spiel wie ein Animationsfilm

Räume, Gegenstände und Protagonisten werden am Bildschirm leicht verzerrt und aus ungewöhnlichen Perspektiven dargestellt. Was seltsam klingt, entwickelt aber schnell seinen Charme und ist eine frische Abwechslung im sonst von Titel zu Titel so gleichen Genre. Auch wenn der Vergleich nicht ganz übereinstimmt, manchmal sieht "Willy Morgan and the Curse of Bone Town" wie ein "Wallace & Gromit"-Animationsfilm aus. 

Ebenso wie die Grafik mixt das Adventure die Spielwelt komplett durch: Willy lebt zwar in einer Welt mit Elektronik, Laptop und Co., wird aber, als er in Bone Town ankommt, in eine Piratenstadt geworfen, in der noch Kerzen die Zimmer erleuchten und alles einige Hundert Jahre alt erscheint. Ein krasser Kontrast, den man hier zu sehen und spielen bekommt. Gespielt wird allerdings, und das ist gut so, komplett klassisch.

Klassisches Point-and-Click

Während Willy für die Ankunft in Bone Town erst einmal Geld für ein Zimmer zusammenkratzen und auch sein Fahhrad flott machen muss, durchsucht man Zimmer für Zimmer und sammelt Items ein, die sich dann andererorts einsetzen oder kombinieren lassen. Alles klassisch Point-and-Click also. Auch die Schauplätze zeigen sich zumeist als einfacher Screen, der von links nach rechts durchsucht werden kann. Rätsel und Kombinationen von Items sind meist logisch und – das ist etwas schade – oft nicht sehr ausführlich geraten. Dennoch machen sie Spaß.

Spannend ist die Geschichte, die gleich mehrere verdächtige Personen und eine Strippenzieher im Hintergrund präsentiert, der offenbar um jeden Preis verhidnern will, dass wir auf die Spur unseres vermissten Vaters kommen. Immer wieder gibt es auch kleine Videosequenzen, die die Spannung hoch halten. Zur tollen Atmosphäre tragen auch die ausgezeichnet vorgetragenen Dialoge bei, bei denen die Sprecher super Arbeit leisten.

Schon jetzt ein Kult-Game

Ein hübsch gestaltetes Tutorial erklärt dem Spieler anfangs die Mechaniken des Inventars und der Rätsel - generell ist vieles aber selbsterklärend und das Spiel kommt ohne komplexe Mechaniken aus. Per Klick legt man Schalter und andere Knöpfe um, öffnet Türen, startet Text-Dialoge (hier hätten wir uns eine etwas modernere Umsetzung als Text-Auswahl-Optionen gewünscht) mit den NPCs oder wählt Puzzles aus. Wie bei den großen Adventure-Klassikern sind dabei viele Rätsel logisch, einige aber auch saukomisch und komplett verrückt nachzuvollziehen.

Rund 30 Stunden bei sehr eingehender Erkundung nimmt den Spieler "Willy Morgan and the Curse of Bone Town" mit auf Entdeckunsgreise. Und wir können einfach nicht genug bekommen. Vor allem das grafische, aber auch inhaltliche Aufeinanderprallen zweier vollkommen unterschiedlicher Welten fasziniert sofort. Gleichzeitig spielt sich "Willy Morgan and the Curse of Bone Town" von den ersten Sekunden an wie die großen Adventure-Klassiker, die wir in unserer Jugend heiß geliebt haben. Es ist jetzt schon ein Kult-Game!

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