Kaum ein Sportevent ist so von alten Bräuchen geprägt wie Wimbledon. Seit 1877 duellieren sich auf dem berühmten Rasen im Südwesten Londons die besten Tennisspieler der Welt. Der fast komplett weiße Dresscode wird genauso streng überwacht wie viele andere Traditionen.
Das prestigeträchtige Grand-Slam-Turnier hat im Vorjahr erstmals für moderne Technik geöffnet und jetzt folgt der nächste große Schritt. Der ausrichtende All England Club kündigte bereits an, dass heuer erstmals ein Videoschiedsrichter zum Einsatz kommt. Allerdings betrifft das nicht alle Plätze auf dem Gelände an der berühmten Church Road, wo übrigens Roger Federer mit acht Titeln immer noch Rekordhalter ist.
Die neue Technologie wird bei den diesjährigen Wimbledon Championships auf insgesamt sechs Plätzen verwendet. Neben dem Centre Court und Court 1 sind vier weitere Hauptplätze mit dem Videobeweis ausgestattet.
Spieler können künftig bestimmte Entscheidungen des Schiedsrichters – zum Beispiel einen Doppelaufprall – überprüfen lassen. Eine Begrenzung für diese Überprüfungen gibt es momentan nicht.
Schon im Vorjahr hat Wimbledon ein elektronisches System eingeführt, das anzeigt, ob ein Ball im Feld oder draußen gelandet ist. Diese Entscheidung kann von den Spielern nicht angezweifelt werden.
Seinen ersten Einsatz bei einem Grand-Slam-Turnier hatte der Videoschiedsrichter übrigens bei den US Open 2023. Die Australian Open zogen 2025 nach, nun folgt Wimbledon. Das traditionsreiche Rasenturnier startet heuer am Montag.