Nachdem zuerst James Holland mit Gelb-Rot vorzeitig unter die Dusche musste (52.) und zwei Minuten später Matthias Braunöder für einen übermotivierten Einstieg Rot sah (54.) mussten die "Veilchen" einmal tief durchatmen, und sich neu sortieren. Um eine kurze Pause zu erzwingen, griff Coach Wimmer zu einem Trick. Er deutete Torhüter Christian Früchtl, dieser solle sich kurz behandeln lassen, griff sich an die Wade. Der deutsche Keeper tat dies auch.
In der kurzen Behandlungspause sortierte Wimmer die Austria neu. Mit Erfolg, die "Veilchen" brachten schließlich ein 0:0 über die Zeit.
Dass Wimmers Aktion, die von den TV-Kameras eindeutig festgehalten wurde, so hohe Wellen schlug, überraschte den gebürtigen Bayern. Trotzdem sah der Coach nichts Verwerfliches. "Ich bin nicht der erste Trainer, der so etwas gemacht hat, ich werde auch nicht der letzte Trainer sein, der so etwas gemacht hat. Außerdem war es ja keine zusätzliche Unterbrechung. Es wurde gewechselt", erklärte Wimmer mit einigen Tagen Abstand, wie es zur kuriosen Situation kam.
"Bei aller Liebe: Es war in Minute 55 nicht meine Intention, auf Zeit zu spielen. Meine Gedanken waren: Wie kann ich meiner Mannschaft helfen, einen Plan geben? Ich hab es noch nie erlebt, dass man zu neunt spielt. Wir haben es noch nicht kommuniziert, was man macht. Meine Intention war: Ich muss als Trainer meiner Mannschaft helfen", meinte der Austria-Coach. "Ob das dann fair, unfair oder clever ist... Keine Ahnung. Ich wollte meiner Mannschaft helfen. Das ist uns gelungen", so der Bayern, der mit etwas Schmunzeln noch hinterherschoss: "Vielleicht hab ich mich nicht ganz so clever angestellt."