In Grafenschlag (Bezirk Zwettl) wird ein neuer Windpark gebaut. Seit Monaten läuft allerdings mit der IG Waldviertel eine überparteiliche Organisation Sturm gegen die Arbeiten. Grund sind Schwarzstörche, die durch den Bau vertrieben und gefährdet worden sein soll - "Heute" berichtete. Das für den Bau verantwortliche Unternehmen, die WEB Windenergie AG hat jetzt offenbar genug von den Tierschützern und ihren Anschuldigungen und leitete rechtliche Schritte ein.
Zuvor hatte man sich über Stellungnahmen bereits mehrfach verteidigt und erklärt, dass der Bau allen Auflagen entspreche und man auch auf die Vögel größtmögliche Rücksicht genommen hatte. Ob tatsächlich Schwarzstörche durch die Arbeiten vertrieben wurden, ist dabei die Gretchen-Frage. So gibt es mehrere Aufnahmen der IG Waldviertel, die ein Aufkommen der Vögel im Vorjahr belegen, als man aber vor dem Bau Nester im betroffenen Gebiet durchsuchte, fand man dort (nicht geschützte) Mäuse-Bussarde.
Die WEB Windenergie setzte ihre Bautätigkeiten während der Brutzeit dennoch aus, mittlerweile wird aber wieder fleißig gearbeitet. Es sollen vier Windräder mit 12,3 MW Leistung entstehen und künftig jährlich 16.500 Menschen mit erneuerbarem Strom versorgen. Die WEB Windenergie betonte stets, dass alle erforderlichen behördlichen Genehmigungen für das Projekt vorliegen würden.
Das hatte die IG Waldviertel zuletzt aber immer wieder in Frage gestellt, weshalb nun rechtliche Schritte gegen die Interessensgemeinschaft eingeleitet wurden. "Trotz wiederholter Aufklärung seitens der WEB wurden von Windkraftgegnern immer wieder unwahre Behauptungen rund um das Projekt geäußert, unter anderem auch, dass die WEB ein Schwarzstorchpärchen vertrieben hätte. Zur ökologischen Situation wurden Gutachten eingeholt und sämtliche Behauptungen von Ornithologen widerlegt", erklärt das Windkraft-Unternehmen in einer Aussendung am Dienstag.