Winterstürme wüteten in Europa und Amerika

Zerstörerische Winterstürme fegen zu Weihnachten über weite Teile Großbritanniens, Frankreichs, den Osten Kanadas und die angrenzenden Teile der USA. Hunderttausende Haushalte sind vom Stromnetz abgeschnitten. Das aggressive Winterwetter hat auch schon erste Todesopfer gefordert. In Frankreich starb ein zwölfjähriges Kind, ein Seemann wurde ins Meer gespült. In England starb ein Mann in einem Fluss. Bei uns herrscht hingegen Frühling.

Die heftigen Winde und starken Regenfälle hielten Frankreich und England am Montag in Schach. Der Sturm fegte mit 150 Kilometer pro Stunde über die französische Bretagne hinweg. In der Region waren 130.000 Haushalte ohne Strom, in ganz Frankreich etwa doppelt so viele.

Auf einer Baustelle in Saint-Germain-de-Tallevende im Calvados starb ein zwölf Jahre altes Kind, als auf einer Baustelle eine Mauer einbrach. Rund 200 Kilometer nordwestlich von Brest wurde ein russischer Seemann bei bis zu sieben Meter hohen Wellen von Bord des niederländischen Frachters "Victoriaborg" gespült.

Verkehrschaos in Großbritannien

In Großbritannien löste das Katastrophen-Wetter ein Verkehrschaos auf den Straßen und Schienen aus, vor allem im Westen und Südwesten, aber auch in nördlichen Landesteilen sowie in Schottland und Nordirland. In der Grafschaft Cumbria in Nordengland wurde ein Mann in einen Fluss gespült. Rettungskräfte fanden Stunden später seine Leiche.

Den Flugverkehr beeinträchtigte das kaum, zahlreiche Fähren mussten dagegen ihren Betrieb einstellen oder konnten nur eingeschränkt verkehren. Im Süden Englands waren 100.000 Haushalte ohne Strom, weil starker Wind Leitungen beschädigt hatte. Für den Heiligen Abend wurden weitere Probleme vorhergesagt.

Auch in Spanien wütete der Sturm, in Galicien wurden Sturmböen mit Geschwindigkeiten von bis zu 140 km/h erwartet. Ein Baum einen Zug zum Entgleisen, die zehn Fahrgäste blieben unverletzt. In mehreren Orten fiel der Strom aus.

Weihnachten im Dunklen und ohne Heizung in Kanada

In Kanada bereiten sich viele auf Weihnachten im Dunklen vor. Schnee und Eisregen haben die Menschen in Teilen Nordamerikas schwer getroffen und vielerorts die Stromversorgung lahmgelegt.

400.000 Haushalte ohne Strom

 Wie die kanadischen Behörden mitteilten, waren am Sonntagabend (Ortszeit) in der Provinz Ontario rund 400.000 Haushalte ohne Strom, ein Großteil davon in der Millionenmetropole Toronto. Heftiger Schneefall, Eisregen und Sturm hätten Strommasten umgeworfen und Leitungen beschädigt.

Auch im Nordosten der USA saßen mehrere Hunderttausend Einwohner im Dunkeln, vor allem in Michigan und den Neuengland-Staaten, wie US-Medien berichteten. In den USA wurden 300 Flüge gestrichen.

Politiker überlegen, den Notstand auszurufen

"Es ist einer der schlimmsten Stürme in der Geschichte Torontos", sagte Bürgermeister Rob Ford. Wie auch seine Familie mussten viele Menschen wegen der Stromausfälle zudem ohne Heizung ausharren. "Mein Haus ist eiskalt. Ich habe kleine Kinder, vielleicht müssen wir in ein Hotel gehen", ergänzte er. Es werde geprüft, den Notstand auszurufen. Womöglich werde die Stromversorgung erst nach Weihnachten komplett wiederhergestellt sein.

Viele Kanadier fühlten sich an den verheerenden Wintersturm von 1998 erinnert, als etwa zwei Dutzend Menschen starben, hieß es.

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