Daisy, Dino, Maggie, Coco, Panda – das sind nur ein paar der Hunde, die in den letzten Monaten vor einem Supermarkt oder einem Lokal in Wien gestohlen wurden. Erst am heutigen Freitagmorgen tauchte das entführte Hündchen Coco wieder auf. Sie wurde in Wien-Döbling gestohlen, während Frauchen einkaufen war. "Heute" berichtete.
Wenn so etwas passiert, wenden sich Frauchen oder Herrchen in Wien und Umgebung oft verzweifelt an den Verein "Hundesuchhilfe Österreich". Dieser kennt sich in der Szene aus und hilft, entführte oder entlaufene Vierbeiner zu finden.
„ "Die Hunde-Bettelmafia stiehlt Hunde und verwendet sie zum Betteln. Weil sie wissen, dass sie mit einem Hund mehr Geld verdienen"“
, so Regina Pfote (Nachname von der Redaktion geändert) von der Hundesuchhilfe Österreich.
Wir haben beim Verein "Hundesuchhilfe Österreich" nachgefragt, wie oft sie Besitzern helfen, gestohlene Hunde zu finden, wie Frauchen und Herrchen ihre Hunde am besten davor schützen können, warum jemand Hunde stiehlt oder ob es Hotspots in Wien gibt?
Regina Pfote, "Hundesuchhilfe Österreich" (Nachname geändert): Zwei drei Wochen war jetzt nichts, dafür gestern gleich zwei. Es kommt so circa alle zwei Wochen vor, dass wir nach einem Hund suchen, der vor einem Supermarkt oder so gestohlen wurde. Häufig passiert es auch, dass Kinder aus Spaß angeleinte Hunde ableinen oder lockern und die Vierbeiner weglaufen. Da findet sich der Hund aber meist schnell wieder.
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, den Hund wieder zu finden?
Wenn man schnell handelt ganz gut. Wir finden den überwiegenden Teil der Hunde wieder.
Das geht von vermeintlichen Tierschützern, die den Hund ableinen und meinen, man muss den Hund vor seinem Besitzer retten bis zu Bettlern und der organisierten "Hunde-Bettelmafia". Entweder betteln sie mit den Hunden oder sie verkaufen sie schnell.
Das passiert überall in Wien. Auch bei mir im 19. Bezirk, wie jetzt mit Hund Coco. Oft werden Hunde am Praterstern, auf der Mariahilfer Straße oder am Westbahnhof gestohlen, da sind viele Bettler. Aber auch im 1. Bezirk.
Auf der Mariahilfer Straße gibt es sehr viele ausländische Bettler der Bettlermafia. Bitte nicht mit bedürftigen Obdachlosen zu verwechseln, die wir z.B. mit Tiernahrung oder Mäntelchen unterstützen. Die Bettelmafia stiehlt Hunde und verwendet sie zum Betteln. Weil sie wissen, dass sie mit einem Hund mehr Geld verdienen. Den Hunden geht es aber schlecht. Sie werden ruhig gestellt, teilweise konnten Medikamente nachgewiesen werden, oder mit Schlägen, um brav neben ihnen liegen zu bleiben. In der Nacht binden sie die Hunde irgendwo an. Und am Praterstern werden die Hunde gern und schnell verkauft. Sie erfinden irgendwelche Geschichten und geben die Hunde gegen Geld her.
Schnell die "Hundesuchhilfe" anrufen. Dann machen wir ein Posting auf Facebook, das kräftig geteilt wird und beginnen mit der Suche. Wir kennen die Szene. Wir ahnen, wo wir suchen müssen, wenn man uns sagt, wo der Hund gestohlen wurde. Im besten Fall wird es dem Menschen dann zu heiß und er lässt den Hund wieder aus. Sollte der Hund nicht registriert sein, machen wir auch das nachträglich.
Man sollte Dieben einfach keine Chance geben. Nirgends die Hunde anbinden. Den Hund wie vorgeschrieben chippen und registrieren lassen. Ist der Hund nicht registriert, müssen sich die Leute nicht genieren. Das geht auch noch nachträglich, wenn der Hund bereits vermisst wird. Entweder bei "animaldata.com" oder "Petcard" - in jedem Fall jedoch in der amtlichen Heimtierdatenbank.
Trotzdem ist es mir wichtig zu sagen, dass man nicht die klassische Täter-Opfer-Umkehr machen darf. Verwerflich ist, dass Hunde gestohlen werden und nicht, dass Leute ihre Hunde vor Supermärkten anbinden.
Ja, in den letzten 5 Jahren ist es stark gestiegen, genau wie die Hunde-Bettelmafia. Die wissen, dass ihnen nichts passiert.
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