"Wir wurden bei Flug nach Wien nicht nach Test gefragt"

Die spanischen Touristinnen Ana und Marta sind verwundert über die Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen.
Die spanischen Touristinnen Ana und Marta sind verwundert über die Einhaltung der Sicherheitsmaßnahmen.Alexandra Diry
"Heute"-Leserreporter berichteten am Freitag von fehlenden Sicherheitsmaßnahmen bei ihrem Flug von Madrid nach Wien. Ihre Vorwürfe wiegen schwer.

Die beiden Spanierinnen Ana und Marta berichteten im Gespräch mit "Heute" von ihrem Flug von Madrid nach Wien. Dabei erhoben die Freundinnen schwere Vorwürfe gegen die größte spanische Fluggesellschaft. Am Freitag hoben die beiden vom Barajas-Flughafen in Madrid mit einer "Iberia Airlines"-Maschine Richtung Schwechat ab. Der Vorwurf: Bis zur Landung in Wien haben die beiden kein einziges Mal nachweisen müssen, dass sie geimpft, genesen oder getestet sind.

Ana erklärte am Freitag im "Heute"-Talk: "Wir kommen aus Madrid und haben dort nichts vorweisen müssen. Erst hier in Wien mussten wir unseren negativen Test zeigen". Auch eine deutsche Familie, die auf Durchreise nach Bulgarien einen einstündigen Zwischenstopp in Wien einlegt, habe den österreichischen Beamten ebenfalls nichts vorlegen müssen (s. Video unten)

Die österreichische Einreiseverordnung sieht vor, dass Einreisende von Staaten ohne Reiswarnung, wie beispielsweise Spanien, bei der Ankunft einen Nachweis über einen negativen PCR-Test oder Antigen-Test, ein Impfzertifikat oder ein Genesungszertifikat vorlegen müssen. Wenn keines dieser Dokumente vorgewiesen werden kann, wird automatisch eine Quarantäne verordnet. Ein Test ist dann binnen 24 Stunden nachzuholen. Ab 10. Juni werden Einreisebestimmungen für viele Länder gelockert. Die bisher benötigte "Pre Travel Clearance" wird nur noch bei Einreise aus Hochinzidenz- und Virusvariantengebieten notwendig sein.

Ansteckung im Flugzeug "nahezu ausgeschlossen"

Für den Abflug sind an einigen europäischen Flughäfen keine Zertifikate vorzuweisen. Der Pressesprecher des Wiener Flughafens, Peter Kleemann, äußerte sich gegenüber "Heute" zu diesem Paradoxon: "Da die österreichische Einreiseverordnung vorsieht, dass wenn kein Test vorliegt, eine sofortige Quarantäne anzutreten ist, herrscht am Flughafen Sicherheit. Die Tatsache, dass Fluglinien aus Spanien und Italien beim Check-in keinen Nachweis verlangen, ist nachlässig, aber keinesfalls beunruhigend. Die FFP2-Maskenpflicht, Hepa-Filter und die Luftzirkulation in den Flugzeugen sorgt dafür, dass Ansteckungen über den Wolken nahezu ausgeschlossen werden können. Falls jemand nachträglich positiv getestet wird, kann aufgrund der Personendaten und des Sitzplatzes schnell eine Weiterverbreitung unterbunden werden."

"Flugzeuge sind auch hinsichtlich des Infektionsgeschehens die sichersten Transportmittel durch Hepa-Filter und Luftzirkulationen"

AUA setzt auf Aufklärung und Kontrollen

Gegenüber "Heute" versicherte die Presseabteilung der Austrian Airlines, die Fluglinie mache ihre Passagiere im Buchungsprozess oder beim Online Check-in darauf aufmerksam. Es wird empfohlen, dass Fluggäste sich vor Antritt der jeweiligen Reise die aktuellen Reise- und Einreisebeschränkungen ihres Reiseziels, sowie möglicher Transitorte prüfen. Die österreichische Fluglinie kontrolliere vor Boarding, ob Passagiere alle relevanten Dokumente, die von der jeweiligen Behörde zur Einreise in das Zielland vorgeschrieben sind, mitführen. Abhängig von den Bestimmungen der Behörden kann die Airline die Beförderung verweigern, sollte ein Passagier die Einreisebestimmungen für das Reiseziel oder für mögliche Transitorte nicht erfüllen. Genaue Informationen zu den Themen Reisen in Zeiten von Corona gibt es auf der Austrian Airlines Website.

Wiener Tourismus im Corona-Tiefschlaf

Der Anteil der Nächtigungen aus Wien macht knapp ein Viertel der Inlandsnächtigungen in Österreich aus. Vor der Corona-Pandemie waren die nächtigungsstärksten Herkunftsmärkte Deutschland, Österreich, USA, Italien, UK, Spanien, China, Frankreich, Russland und Schweiz. Mit 76.000 Nächtigungen in Wien brachte der heurige April ein rechnerisches Plus von 163,4 % im Vergleich zum April 2020. Große Euphorie kommt bei diesen Zahlen nicht auf. Denn verglichen mit dem vor Corona gemessenen Bestwert aus dem April 2019 wurden heuer aber gerade mal fünf Prozent (!) der damaligen Nächtigungen erreicht. 

Die Gründe liegen in den dortigen Reisebeschränkungen, hiesigen Aufenthaltsbestimmungen und den unattraktiven Maßnahmen. Im "Heute"-Interview spricht Sacher-Hoteldirektor Andreas Keese über die derzeitige Buchungslage des berühmtesten Hotels der Hauptstadt (Video oben).

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