Wirte-Boss verweigert Impfung, dann folgt Shitstorm

Der oberste Schweizer Wirt Casimir Platzer will sich nicht impfen lassen. Nun schlägt ihm vernichtende Kritik entegegn.
Der oberste Schweizer Wirt Casimir Platzer will sich nicht impfen lassen. Nun schlägt ihm vernichtende Kritik entegegn.ANTHONY ANEX / Keystone / picturedesk.com
Der Präsident des Gastronomie-Verbandes hat mit einem Interview heftige Reaktionen ausgelöst. Stein des Antsoßes ist seine Haltung zur Impfung. 

Casimir Platzer steht als Präsident dem Schweizer Wirte-Verband Gastro-Suisse vor und wehrt sich seit Wochen gegen eine 3G-Pflicht in seinem Heimatland. In einem Interview mit der Zeitung "24 heures" gab der Hotelier nun preis: "Nein, ich bin noch nicht gegen Covid geimpft. Aus persönlichen Gründen."

Dass der Verbandspräsident bisher ungeimpft ist, löst auf Social Media nun eine Welle der Empörung aus. "Was den Wirten und Wirtinnen am nachhaltigsten hilft, ist eine hohe Impfquote. Aber Platzer rühmt sich, nicht geimpft zu sein", schreibt SP-Nationalrat Roger Nordmann. Dabei sollte er Leadership zeigen und mit gutem Beispiel vorangehen. "Wirte und Wirtinnen sind wegen ihrem Leader nicht zu beneiden."

Auch andere Twitter-User und -Userinnen kritisieren Platzer. "Das ist ein Skandal. Geht seit bald einem Jahr dem halben Land auf den Sack und fordert nur", so eine Userin. Ein weiterer User bezeichnet Platzer als "Schande für seine Mitglieder".

"An den Pranger zu stellen, ist widerlich"

Einige Stimmen verteidigen den Präsidenten aber auch. "Auch Herr Nordmann SP hat die Grundrechte der Schweiz nicht begriffen! Aber was will man von einem Kommunisten anderes erwarten", so ein Twitter-User. Ein weiterer User ist der Ansicht, dass der Impfstatus anderer Personen niemanden etwas angehe. "Jemanden an den Pranger zu stellen, weil er nicht geimpft ist, ist widerlich.. pfui!", pflichtet ihm jemand bei.

Der Verbandspräsident und Inhaber des Belle-Epoque-Hotels Victoria in Kandersteg wehrte sich immer wieder vehement gegen eine ausgedehnte Zertifikatspflicht. Er rechnet damit, dass eine Zertifikatspflicht das Gästepotenzial um bis zu 45 Prozent verringert. 56,7 Prozent der Betriebe erwarteten Umsatzeinbussen von mindestens 30 Prozent.

Sollte die Massnahme am Mittwoch beschlossen werden, forderte er die Abschaffung aller Schutzkonzepte sowie bei zusätzlichen Umsatzeinbussen eine Entschädigung der ungedeckten laufenden Kosten.

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