Es ging um gerade mal 50 Euro: Zwei steirische Jugendliche (sie 16, er 17) sollen, ohne zu zahlen, ein Sushi-Lokal im Zentrum von Linz verlassen haben. Das schmeckte der Chefin gar nicht. Sie rannte den Verdächtigen nach und versperrte ihnen den Weg, als sie wegfahren wollten.
Da ereignete sich der schockierende Zwischenfall: Das Mädchen soll Gas gegeben und die Gastronomin überfahren haben. Anschließend flüchteten sie und ihr Freund in dem weißen Hyundai Tucson ins Ausland.
Das Opfer blieb schwer verletzt zurück, schwebte vorübergehend in Lebensgefahr und musste wochenlang im Krankenhaus behandelt werden. Die Polizei leitete eine Großfahndung ein, wenige Tage später klickten in Kroatien die Handschellen.
Die Beschuldigten, für die Unschuldsvermutung gilt, bestritten eine Tötungsabsicht. Ihre Rechtfertigung: Sie hätten in Panik gehandelt und die Wirtin "nicht gesehen".
Der Zwischenfall vom Sommer sorgte weit über Oberösterreich hinaus für Kopfschütteln. Über Monate wurde über das unvorstellbare Ereignis berichtet:
Den Angeklagten drohen bis zu 15 Jahre Haft. Ein Urteil wurde für den Abend erwartet.
Wegen ihres jugendlichen Alters wird den beiden nicht in Linz der Prozess gemacht, sondern in ihrem Heimatbundesland in Graz. Die Verhandlung wegen Mordversuchs, zu der auch das Opfer in einem Rollstuhl erschien, fand teilweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.