Der nächste Nackenschlag für Deutschlands Team. Zweimal schied die deutsche Elf in der WM-Vorrunde (2018, 2022) aus. Nun überstand das DFB-Team zwar die Gruppenphase, um dann sofort im ersten K.o.-Spiel, dem Sechzehntelfinale, an Paraguay zu scheitern. Die Südamerikaner setzten sich mit 4:3 im Elfmeterschießen durch. Nach 90 und 120 Minuten war es 1:1 gestanden.
Nach dem Katzenjammer wurde die Kritik an Teamchef Julian Nagelsmann immer größer. Er war es, der Keeper Manuel Neuer zurückgeholt und Rückhalt Oliver Baumann abmontiert hatte. Er war es auch, der nicht auf den als Joker so treffsicheren Stürmer Deniz Undav setzte. Er war es auch, der Topstar Joshua Kimmich auf die rechte Abwehrseite setzte, nicht ins zentrale Mittelfeld stellte.
All das ließ die Kritik am 38-Jährigen immer lauter werden. Doch auf einen freiwilligen Rücktritt angesprochen, gab sich Nagelsmann kämpferisch. "Wenn der DFB es möchte, bereite ich sehr gerne die EM und die Nations League vor. Wenn sie das nicht möchten, müssen sie es mir sagen", meinte der deutsche Trainer. Es wäre "skurril, wenn sie jetzt, zwei Minuten nach dem Ausscheiden, mit mir Vertragsgespräche führen" würden, meinte Nagelsmann auf Gespräche mit der DFB-Führung, also mit Präsident Bernd Neuendorf, Geschäftsführer Andreas Rettig und Sportdirektor Rudi Völler angesprochen. "Die drei Herren haben schon Charakter und machen das in einer ruhigen Minute", so Deutschlands Teamchef, der im September 2023 das Ruder beim DFB-Team übernommen hatte.
"Die drei Herren wissen, was für ein Trainer ich bin. Und wenn sie die Überzeugung haben, dass das das Richtige ist, dann werden sie mir das sagen. Und wenn sie die Überzeugung haben, dass ein anderer das besser macht, werden sie mir das auch sagen", ergänzte der Teamchef. DFB-Boss Neuendorf meldete sich mittlerweile zu Wort, stellte klar: "Wir sind uns einig, dass das Abschneiden bei der WM nicht unseren Ansprüchen genügt. Wir können und wollen nach einem derartigen Tiefschlag mit Blick auf die anstehenden Aufgaben nicht einfach zur Tagesordnung übergehen."
Eine Entscheidung wird es also erst nach der Rückkehr nach Deutschland geben. Und dann geht es nicht nur um die Trainerfrage bei Deutschlands Team, sondern auch ums liebe Geld. Denn Nagelsmanns Jahresgehalt als deutscher Teamchef soll bei sieben Millionen Euro liegen, sein Vertrag als deutscher Cheftrainer läuft eigentlich bis zur EM 2028. Das heißt im Klartext, dass dem 38-Jährigen bei einem freiwilligen Rückzug 14 Millionen Euro entgehen würden, sollte der DFB den Trainer vor die Tür setzen, müssten sie ihm diese Summe wohl als Abfindung bezahlen. Außer, es gibt fixierte Abfertigungszahlungen, die wären aber freilich ebenso in Millionenhöhe.