WM-Zweiter Baumann: "Zeit als Österreicher ist vorbei"

Romed Baumann
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Romed Baumann war die große Sensation im WM-Super-G von Cortina. Der für Deutschland startende Tiroler raste überraschend zur Silbermedaille. 

Der 35-Jährige hat am Donnerstag ein Stück Ski-Geschichte geschrieben. Baumann ist der erste Athlet der Nachkriegs-Zeit, der für zwei Nationen Medaillen einfuhr. 2011 holte er Team-Silber und 2013 Kombinations-Bronze für den ÖSV, am Donnerstag dann Super-G-Silber für Deutschland. 

"Ein Deutscher hat für Deutschland eine Medaille geholt. Meine Zeit als Österreicher, zumindest als Skifahrer, ist vorbei", richtete Baumann im Schweizer Fernsehen seinen Kritikern aus. Im ÖSV hatte es für den gebürtigen Tiroler keinen Platz mehr gegeben. Nach der Heirat mit seiner deutschen Frau im April 2019 vollzog Baumann den Nationenwechsel. 

Kein einfacher Schritt. Baumann war 2020 in Kitzbühel von heimischen Ski-Fans als Verräter beschimpft worden. Schon davor war der heute 35-Jährige immer wieder der Buhmann gewesen. Deshalb war die Genugtuung umso größer, verdrückte Baumann im Ziel die eine oder andere Träne. 

"Als Österreicher nicht am Start gewesen"

Denn die Tür im ÖSV war zu. Junge drängten nach, Baumann hatte im rot-weiß-roten Aufgebot keinen Platz mehr. "Als Österreicher wäre ich heute nicht am Start gestanden", erklärte der deutsche Läufer. 

Zuletzt etablierte sich Baumann stattdessen als deutsche WM-Hoffnung. In Kitzbühel war er bereits auf die Ränge fünf und sieben gefahren. Erfolge, die Baumann im ÖSV nie erreicht hätte. Stattdessen jubelte auch Vincent Kriechmayr mit seinem ehemaligen Landsmann: "Er war oft der Buhmann der Nation, hat viel Fett abbekommen. Deshalb freue ich mich sehr für ihn." Und viele österreichische Ski-Fans auch. 

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