Das sind die 6 größten Probleme junger Mieter

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Junge Leute finden nur schwer private Wohnungen, weil sie mit teuren Mieten, Befristungen und hohen Maklergebühren zu kämpfen haben. Dies zeigt eine neue Studie.
"Mieten bei Privaten wird immer mehr zum Luxus", so lautet zumindest das zentrale Ergebnis einer von der AK Wien beauftragten Befragung unter 504 WienerInnen: Für die Miete in einer privaten Wohnung müssen junge Wiener demnach durchschnittlich ein Drittel ihres monatlichen Netto-Haushaltseinkommens ausgeben.

Darüber klagen junge Mieter:

1Schwierige Wohnungssuche



Für sechs von zehn Haushalten war es "eher schwierig" oder "sehr schwierig", eine passende Wohnung zu finden. Hier sagten 84 Prozent: Die hohen Preise am Wohnungsmarkt haben ihre Suche erschwert.

CommentCreated with Sketch.44 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Für die schwierige Wohnungssuche machten 36 Prozent der Betroffenen die schlechte Qualität vieler Wohnungen und 34 Prozent die teuren Maklerprovisionen verantwortlich.



2Zu hohe Miete



Die Befragten gaben an, im Schnitt in einer rund 72 Quadratmeter Wohnung zu leben. Eine private Mietwohnung dieser Größe kostet "kalt" (Anm.: mit Betriebskosten und Umsatzsteuer, ohne Warmwasser, Strom und Heizung) über 790 Euro pro Monat.

Bei den Gemeindewohnungen beträgt die Bruttomiete 540 Euro pro Monat – das ist um 32 Prozent weniger als im privaten Segment.

Für Genossenschaftswohnungen – mit den meist anteiligen Finanzierungsbeiträgen – müssen im Schnitt knapp 600 Euro pro Monat bezahlt werden, um 25 Prozent weniger als im privaten Segment.



3Ein Drittel des Einkommens geht für Miete drauf



Für die Miete in einer privaten Altbauwohnung müssen junge Arbeitnehmer durchschnittlich ein Drittel ihres monatlichen Netto-Haushaltseinkommens ausgeben. Bei den Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen beträgt die Miete durchschnittlich 27,8 Prozent des Netto-Haushaltseinkommens. Das verfügbare Einkommen nach den Mietkosten ist demnach im "öffentlichen" Segment um über fünf Prozent höher.

Bei der Befragung zeigte sich erwartungsgemäß: Wer weniger verdient, bei dem geht ein Großteil des Einkommens allein nur für die Miete drauf. Bei einem Netto-Haushaltseinkommen bis zu 1.800 Euro müssen Mieter im Schnitt 46,6 Prozent für die Bruttomiete aufwenden. Haushaltseinkommen über 4.000 Euro sind nur mit 22,1 Prozent durch die Mietkosten belastet.



4Befristete Verträge



Zwei von drei befragten Mietern (64 Prozent), die in eine private Mietwohnung gezogen sind, haben lediglich einen befristeten Mietvertrag. Im Schnitt sind die Mietverträge auf 4,4 Jahre befristet – bei einer ähnlichen Erhebung aus dem Jahr 2003 lag die durchschnittliche Befristungsdauer immerhin noch bei fünf Jahren.

72 Prozent derer, die einen befristeten Mietvertrag unterschrieben haben, beklagten, dass eine passende Wohnung nicht unbefristet zu bekommen war.



5Mangelnde Infos



70 Prozent der Betroffenen sagten, dass sie vom Makler nicht über Mietzinsobergrenzen informiert wurden. Weitere 25 Prozent wissen gar nicht mehr, ob sie vom Makler diesbezüglich informiert worden wären. Lediglich vier Prozent sagten, dass sie vom Makler auf die Mietzinsgrenzen hingewiesen wurden.

6Schlechte Qualität



Wegen der hohen Mieten müssen viele Mieter bei sonstigen Ausgaben sparen. Der überwiegende Großteil der Befragten kann die Wohnung problemlos heizen – lediglich für ein Prozent ist das "oft gar nicht möglich". Eine Woche Urlaub im Jahr in einer zu bezahlenden Unterkunft ist aber nur mehr für 67 Prozent der Befragten "problemlos möglich".

Unverhofft kommt oft: Nur jeder zweite Befragte (51 Prozent) kann "problemlos" die Rechnung zahlen, wenn unerwartete Ausgaben – etwa für eine neue Waschmaschine anfallen.



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Eine Lösung für all die genannten Probleme will die SPÖ mit einem 3-Punkte-Plan haben. Dieser umfasst die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf Mieten, die Einführung eines Universalmietrechts sowie eine Abschaffung der Maklergebühr für Mieter.

Für die Oppositionspartei sind die Studienergebnisse ein weiterer Beweis dafür, "wie groß und wie dringend der Handlungsbedarf in Sachen leistbares Wohnen ist."

In einer Reaktion lassen die Sozialdemokraten wissen: "Während die SPÖ ein umfassendes und rasch umsetzbares Programm für leistbares Wohnen und zur Entlastung der MieterInnen vorgelegt hat, unternimmt die ÖVP/FPÖ-Regierung nichts gegen die explodierenden Mietkosten. Im Gegenteil: ÖVP und FPÖ verschärfen das Problem sogar noch – beispielsweise durch die im schwarz-blauen Regierungsprogramm vorgesehene Ausweitung der Lagezuschläge", so SPÖ-Wohnbausprecherin Ruth Becher in einer Aussendung am Donnerstag. (ek)

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