Ein entspannter Grillabend wurde für eine Familie in der Toskana zum Albtraum: Ein Wolf drang am Samstagabend in ihren Garten ein und ging direkt auf einen zweijährigen Buben los, der gerade spielte.
Der Vorfall ereignete sich gegen 20.30 Uhr im Ortsteil Orbicciano bei Camaiore. Die siebenjährige Hündin der Familie stellte sich mutig zwischen das Kind und den Wolf, um den Buben zu beschützen.
Der Wolf überwältigte aber den Hund, dieser erlitt tödliche Bisswunden. Die Mutter des Kindes griff ein, um ihren Sohn zu retten, und zog sich dabei Verletzungen zu. Sie musste im Krankenhaus behandelt werden, befindet sich aber laut Berichten nicht in einem bedrohlichen Zustand.
Die Schreie der Eltern alarmierten rasch die Nachbarn, die zur Hilfe eilten. Dank des mutigen Einsatzes des Hundes und der Mutter blieb das Kind körperlich unversehrt. Orbicciano liegt in einer waldreichen Gegend auf rund 235 Metern Seehöhe. Dass ein Wolf so nahe an Wohnhäusern derart aggressiv agiert, sorgt bei den Einwohnern für Bestürzung.
Der Vorfall hat in Italien die Diskussion über den Umgang mit Wölfen und deren zunehmende Präsenz in besiedelten Gebieten neu entfacht. Der Nationale Verband zum Schutz der Umwelt und des ländlichen Lebens betonte in einer Stellungnahme: "Niemand fordert die Ausrottung des Wolfes, wohl aber ein aktives und konsequentes Management der Bestände."
Der Verband verwies dabei auch auf europäische Ausnahmeregelungen, die Eingriffe erlauben, wenn die Sicherheit der Bevölkerung gefährdet ist.