Formel 1

Wolff fordert Schmerz-Aus, jetzt ätzt Red-Bull-Teamchef

Lewis Hamilton quälen Schmerzen. Mercedes übt Druck auf die FIA aus, drängt auf eine Regeländerung. Red Bull wittert beim Rivalen Hintergedanken.
Sebastian Klein
14.06.2022, 15:40

Die Debatte um das "Bouncing" der Boliden überschattete den Grand Prix von Baku. Red Bull feierte einen Doppelsieg, angeführt von Weltmeister Max Verstappen. Die Silberpfeile von George Russell und Lewis Hamilton landeten dahinter. Beide Ferraris blieben mit technischen Defekten liegen.

Für Mercedes war es angesichts des heuer unterlegenen W13 ein starkes Ergebnis. Freude wollte aber speziell bei Hamilton keine aufkommen. Der Rekord-Champion quälte sich nach der Zielankunft sichtlich unter starken Schmerzen aus seinem Auto, jammerte schon zur Rennmitte, dass ihn sein Rücken "umbringe".

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Hamilton, Russell und auch Mercedes-Boss Toto Wolff fordern die FIA zu einer Regeländerung auf, um das "Bouncing", also das unkontrollierbare Auf- und Abhüpfen der Wagen, in den Griff zu bekommen. Es sei längst ein Gesundheitsrisiko. Auch, weil die Sicht der Fahrer auf den Geraden schwer eingeschränkt sei.

Das Problem: Bei keinem Rennstall ist das "Bouncing" so stark ausgeprägt, wie bei Mercedes. Damit gehen nicht nur Schmerzen für Hamilton und Russell einher – die Silberpfeile verlieren dadurch auch viel Zeit. In Baku etwa eine Sekunde, schätzte beispielsweise Hamilton.

Damit wird die Forderung von Mercedes zum Politikum. Es geht nicht mehr ausschließlich um die Gesundheit, auch die Performance rückt in den Fokus. Während sich Fahrer anderer Teams (Sebastian Vettel, Aston Martin / Pierre Gasly, Alpine) ebenfalls für eine Regeländerung im Sinne der Sicherheit stark machen, gibt es auch Kritik an der Kampagne von Mercedes.

Am lautesten ist die, wie soll es anders sein, von Red Bull zu vernehmen.

Red-Bull-Teamchef ätzt

Der österreichische Rennstall lieferte sich schon im Vorjahr erbitterte Kämpfe mit Mercedes. Nicht nur auf der Strecke. Speziell nach dem kontroversen Saisonfinale, als Verstappen Hamilton den Titel in der letzten Rennrunde wegschnappte, gingen die Wogen zwischen den Managern und Teamchefs hoch. Die Luft ist nach wie vor dick. 

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So verwundert es wenig, dass Red Bulls Teamchef Christian Horner hinter der aktuellen Debatte eine List von Mercedes vermutet: "Mercedes hat ein schlechtes Auto gebaut, sie bekommen das Problem nicht in den Griff – deshalb versuchen sie jetzt, zu erreichen, dass die Regeln geändert werden, um selbst davon zu profitieren."