Minister sagt, warum Impfen für Sommer so wichtig ist

Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein.
Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein.ROLAND SCHLAGER / APA / picturedesk.com
Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) war am Mittwoch zu Gast im Ö1-Morgenjournal und äußerte sich zu seinen bevorstehenden Aufgaben.

Der neue Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) wird am heutigen Mittwoch im Nationalrat den Parlamentariern im Rahmen einer Regierungserklärung von Bundeskanzler Sebastian Kurz und Vizekanzler Werner Kogler. Auf den Nachfolger von Rudolf Anschober warten jedenfalls jede Menge Aufgaben und Herausforderungen. Immerhin geht es vor allem darum, die Corona-Pandemie in Österreich in den Griff zu bekommen.

In vier Wochen will Kanzler Kurz das Land in allen Bereichen wieder aufsperren. Gastronomie, Kultur, Sport und Tourismus sollen gleichzeitig öffnen können. Doch ist diese Ankündigung jetzt für Mitte Mai überhaupt seriös? "Es ist notwendig, weil wir Planbarkeit brauchen. Die Gastronomie braucht etwa eine gewisse Vorlaufzeit. Wir können nicht sagen, wir machen es dann, wenn gewisse Zahlen erreicht sind", stellt Mückstein am Mittwoch im Ö1-Morgenjournal klar.

"Wir werden Mitte Mai langsam und vorsichtig aufsperren und der Plan muss sein, dass der Termin Mitte Mai hält", so der neue Gesundheitsminister weiter. Allerdings müsse nicht nur das Konzept Mitte Mai halten, sondern "auch der Plan, in den Wochen nach der Öffnung." Daher müsse man nun sehr behutsam bei den Öffnungsschritten sein, damit die Zahl der Corona-Patienten im Krankenhaus bzw. auf den Intensivstationen nicht wieder steigt.

Keine Impfpflicht

Aktuell kämpfen 570 Schwerkranke auf der "Intensiv" um ihr Leben. "Meine Aufgabe ist es sicherzustellen, dass die medizinische Versorgung im Land aufrecht bleibt und weiter funktioniert", erklärt Mückstein im Ö1-Morgenjournal. Und zwar nicht nur für Corona-Patienten, sondern auch für andere Personen, die eine Spitalsbehandlung brauchen. Niemand müsse sterben, "weil er einen Herzinfarkt oder schweren Unfall hat."

Neben der Zahl der Personen in den Spitälern spiele aber natürlich auch die 7-Tages-Inzidenz eine wichtige Rolle. Doch wie groß ist die Wahrscheinlichkeit einer Öffnung im Mai für alle Bereiche wirklich? "Es wird Mitte Mai vorsichtige Öffnungsschritte geben und Ende der Woche werden die Pläne dazu präsentiert", verspricht der Gesundheitsminister und Nachfolger von Rudolf Anschober.

Angesprochen darauf, ob es eine Impfpflicht in Österreich geben sollte, da sich nach wie vor viele Menschen nicht impfen lassen möchten, erklärte Mückstein: "Ich bin gegen eine Impfpflicht, damit würde man nichts erreichen und das macht auch keinen Sinn. Das bringt uns nicht weiter, wir können nur mit Überzeugen arbeiten." Und weiter: "Jeder hat einen Part und jeder muss mithelfen. Man muss den Menschen klar machen, dass wir den Weg bis Sommer gemeinsam beschreiten."

"Jeder hat eine Verantwortung"

Das Impfen sei laut dem Gesundheitsminister aber "das Allerwesentlichste und das muss man den Leuten vor Augen führen". Denn: "Jeder hat eine Verantwortung." Wenn sich zu viele Österreicher einfach nur hinsetzen und warten würden, dann "können wir bis zum Sommer den Plan nicht erfüllen. Das muss ein gemeinsames Ziel sein und da geht es darum zu motivieren", so Mückstein im Ö1-Morgenjournal.

Der neue Gesundheitsminister äußerte sich auch zur kommenden Pflegereform, nannte aber koch kein Datum. "Mein Vorgänger Rudi Anschober hat das aufgesetzt und bei der Reform spielen natürlich auch die Länder eine große Rolle. Es geht aber nicht nur um Pflegende, sondern um die pflegenden Angehörigen", so der Minister. Es gehe auch darum, wie man mehr Personen in die Pflege bekommt. Mückstein denkt da etwa an bezahlte Praktika und bessere Bezahlung.

Auch bei der Sozialhilfe "bemühe" sich Mückstein um eine Reform. "Wir wissen derzeit gar nicht, wie viele Menschen in Österreich gerade arm sind. Aber wenn jede zweite alleinerziehende Mutter armutsgefährdet ist, dann ist das ein Auftrag zu handeln", stellte der Sozial- und Gesundheitsminister im Ö1-Morgenjournal.

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