Wolfsexperte zu Bissen: "Vorfall schwer aufzuklären"

Philipp K. wurde vor sieben Tagen gebissen
Philipp K. wurde vor sieben Tagen gebissenHutter Philipp
Noch immer leidet Philipp K. unter den schmerzenden Bisswunden, die ihm ein großes Biest zugefügt hatte. Das sagt Wolfsexperte Georg Rauer dazu.

Am letzten Mittwoch kurz vor 23 Uhr war Jäger Philipp K. bei der nächtlichen Wildschweinjagd von einem großen Tier angefallen und drei Mal gebissen worden. Der 33-Jährige musste ins Krankenhaus, erholt sich jetzt davon zu Hause in Höflein (Klosterneuburg, NÖ) - mehr dazu hier.

"Fall bleibt ungeklärt"

"Die Wunden gingen zum Knochen. Es war ein Wolf, ein Wolfshund oder ein großer Hund", sagte der Waidmann gegenüber "Heute".

Der nö. Wolfsbeauftragte Georg Rauer, der sich seit vielen Jahre mit Rissbegutachtung und Wolfs-Monitoring beschäftigt, sagt zum Bissvorfall: "Ich wüsste nicht, wie man das noch feststellen könnte. Mit einer DNA wäre es natürlich leichter. Nur natürlich war in dieser Ausnahmesituation die Wundversorgung viel wichtiger als die Sicherung einer DNA. Somit bleibt dieser Fall ungeklärt, befürchte ich."

Experte redet mit Opfer

Ganz grundsätzlich wäre eine Wolfsattacke nicht gänzlich auszuschließen, aber: "Es wäre untypisch, dass ein Wolf seine Beute gegenüber einem Menschen verteidigt. Auch ein möglicher Angriff eines freilaufenden Hundes wäre für mich nicht logisch. Möglich, dass es auch ein erwachsenes Wildschwein war. Diese Tiere haben eine enorme Kraft", so der Experte, der jetzt Kontakt mit dem Bissopfer aufnehmen will. 

Wölfe in Österreich

In NÖ gäbe es zur Zeit ein bis maximal zwei Wolfsrudel. "Im Juli wissen wir bezüglich wieder mehr", so Rauer. Österreichweit gäbe es indes einige Wölfe, darunter "Pendlerwölfe". "Die wandern vor allem aus Deutschland, Polen, den Westalpen (Frankreich, Schweiz, Italien), Slowenien, Kroatien und der Slowakei ein. Die aktuellen Wölfe in Tirol und Teilen Salzburgs beispielsweise sind aus den Westalpen", erklärt Rauer. 

Wölfe können am Tag beachtliche Wegstrecken zurücklegen: 10 Kilometer Luftlinie im Durchschnitt am Tag laut Rauer. "An einem Tag kann ein Wolf sicher bis zu 40 Kilometer zurücklegen. Dann bleibt er wieder wo zwei Tage und zieht weiter. Daher sind 10 Kilometer Luftlinie am Tag ein guter Durchschnittswert."

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