Worauf AstraZeneca-Geimpfte jetzt achten sollten

Die Entscheidung der EMA ist gefallen, "AstraZeneca" wird weiter verimpft.
Die Entscheidung der EMA ist gefallen, "AstraZeneca" wird weiter verimpft.JFK / EXPA / picturedesk.com
Zwei steirische Ärzte erforschen die Nebenwirkungen des AstraZeneca-Impfstoffs. Sie erklären, worauf Patienten achten sollten.

Die Europäische Arzneimittelbehörde hat sich am Donnerstag in vollem Umfang zum AstraZeneca-Mittel bekannt. Der Nutzen würde laut EMA einfach die Risiken übersteigen. Die beiden Grazer Gefäß-Experten Marianne Brodmann und Thomas Gary untersuchen gerade jene Thrombose-Fälle, die in letzter Zeit für Verunsicherungen sorgten.

"Ganz, ganz, ganz selten"

"Wir gehen von einem Autoimmun-Phänomen aus, das ganz, ganz, ganz selten auftreten kann", so Brodmann in "Steiermark heute". Im Detail handelt es sich um eine Blutplättchen-Armut, verbunden mit einer Thrombose. In Österreich gab es bis dato acht Vorfälle: Eine Krankenschwester (49) aus Zwettl starb, zwei Pflegerinnen (34, 51) erlitten Lungenembolien, eine 60-Jährige einen Schlaganfall. Eine Tiroler Krankenschwester (22) erlitt eine beidseitige Lungenembolie, eine Frau (50) in Linz hatte schwere Komplikation. Über zwei weitere potenzielle Opfer ist wenig bekannt.

"Es scheint, dass an Tag 7 bis 10 das Immunsystem verrückt spielt" - Thomas Gary

Nun will man in den kommenden Wochen genau untersuchen, welche möglichen Zusammenhänge es in diesen Fällen gibt. Auffällig: Alle acht Opfer waren Frauen unter 60 Jahre.

Darauf sollte man achten

"Was sehr klar sein dürfte ist, dass das Phänomen etwa sieben bis zehn Tage nach der Impfung auftritt. Wenn man zu diesem Zeitpunkt z.B. einerseits Hautblutungen erfährt, oder Atemnot, Bauchschmerzen oder Beinschwellungen hat, dann ist das sicherlich abklärungsbedürftig", erklärt Gary. Erst kürzlich wäre eine Patientin wegen dieser seltenen Gerinnungsstörung erfolgreich behandelt worden. 

Sich vorsorglich mit Grippemedikamenten oder Thrombosespritzen zu behandeln, davon raten die beiden Mediziner ab, "das würde eventuell sogar mehr Komplikationen nach sich ziehen", so Brodmann.

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