Zur Erinnerung: Nach dem Triumph im WM-Finale küsste der mächtige spanische Fußball-Funktionär die Spielerin im Rahmen der Siegerehrung auf den Mund. Eine Szene, die Empörung auslöste und letztendlich zum Rücktritt des 46-Jährigen führte – allerdings erst mit Verspätung. Rubiales klammerte sich zunächst noch an sein Amt und behauptete, Hermoso sei mit dem Kuss einverstanden gewesen. Dies bestritt die 33-jährige Fußballerin aber, sie habe sich "als Opfer und verletzlich" gefühlt.
Unterstützung für den spanischen Funktionär kam nun etwas überraschend aus Tirol, denn die Präsidentin des Bundesliga-Fußballvereins WSG Tirol, Diana Langes-Swarovski, kritisierte den Umgang mit dem spanischen Verbandspräsidenten scharf. Die Klub-Präsidentin bezeichnete die Reaktionen auf Rubiales´ Kuss-Eklat als "maßlos übertrieben", vieles laufe "im Moment in die falsche Richtung".
"Dass der offensichtliche Emotionsausbruch von Rubiales, der ganz sicher über das Ziel hinausging, am Ende aber medial so brutal ausgeschlachtet wird, finde ich persönlich, obwohl ich eine Frau bin, weit überzogen", bezog Langes-Swarovski gegenüber der "Tiroler Tageszeitung" Position. Die Mit-Erbin der Kristall-Dynastie ist seit 2013 als Präsidentin der WSG tätig und seit 2018 im Aufsichtsrat der österreichischen Bundesliga. "Ich weiß", ergänzte die Unternehmerin, "wie man sich wehrt. Jede Frau hat das Recht, mal auf den Tisch zu hauen und zum Ausdruck zu bringen, dass das, was gerade passiert zu weit geht."
Trotzdem hielt die Tirolerin fest: "Ich bin mir nicht sicher, ob die Richtung stimmt, wenn, ein wenig überspitzt formuliert, der Mann vor einem Date eine schriftliche Erlaubnis dafür einholen muss, die Frau anreden zu dürfen. Das eine oder andere Gesetz hat sicher seine Berechtigung. In Summe betrachtet, gehen mir die Regelungen aber eindeutig zu weit", so die 52-Jährige.
Mittlerweile wurde der zurückgetretene spanischen Verbandspräsident angezeigt, am Freitag folgte eine Anhörung vor Untersuchungsrichter Francisco De Jorge. Rubiales wir sexuelle Aggression und Nötigung vorgeworfen.