Mit diesem Wut-Video hat Florian Rautenberg aus Langquaid, Bayern, einen richtigen Internethit gelandet. Immer öfter wurde er Zeuge von Pöbeleien seiner Mitmenschen gegen Rettung, Feuerwehr und Polizei – dann platzte ihm der Kragen.
Der Stein des Anstoßes war ein Vorfall während eines Feuerwehreinsatzes auf der B15. Wegen eines entlaufenen Pferdes musste die Straße für den Verkehr gesperrt werden. Rautenberg stand mit seinem Lkw, wie viele andere Autofahrer auch, im Stau. Dann sieht er, wie Einsatzkräfte von erzürnten Wartenden angepöbelt wurden. Auch er bekommt eine Verbalwatsche, weil ihn jemand mit der Feuerwehr verwechselt hatte.
"Dann klopft irgendso ein Vollhonk bei mir an der Tür", schildert der 37-Jährige. Und dann ging die Schimpftirade schon los: Es sei eine Frechheit, dass hier die Straße gesperrt werde, er wolle gefälligst jetzt da durch, er habe ja schließlich Termine. "Er hat dann auch die typischen Sprüche losgelassen, dass die Feuerwehr nur des kann, und sonst nix...", erinnert sich Rautenberg im Gespräch mit SAT.1.
Sein Wut-Video sei dann ganz spontan entstanden, weil er seine Mitmenschen wieder zur Vernunft bringen wollte:
"An die Brez'nsalzer da draußen: wenn wer absperrt, dann is' irgendwas passiert, oder es kann was passieren", fängt der Deutsche an und legt ordentlich nach: "Habt's ihr ein' Vollschatten? Seids ihr nicht ganz sauber, dass es mit der Feuerwehr zum Diskutieren anfangts und Einsatzkräfte angehts? Was geht in eurem Hirn vor? Ich kapier's nicht."
„"Lassts euch von solchen Affen nicht entmutigen"“
"Leut', die sind da freiwillig draußen. Die ham' jetzt wahrscheinlich selbst einen Zehn-Stunden-Arbeitstag hinter sich, oder nach dem Einsatz dürfns in d' Nachtschicht. Aber die fahren raus und stehn da in der prallen Sonne, manchmal vier, fünf Stunden und dann kimmts ihr G'scheiten daher und tats g'scheit reden oder no' schlimmer. Was soll des?!"
Allen Feuerwehrleuten, Rettungskräften und Ehrenamtlichen spricht der Langquaider seinen höchsten Respekt aus: "Ihr macht's einen guad'n Job! Lassts euch von solchen Affen nicht entmutigen."
Den Pöblern und Meckeranten schärft er noch ein:
► "A wenn a Arschloch an Unfall hat, dann kommens auch raus und schneiden euch raus – weils ihnen wurscht ist, wer das dahinter hockt. Merkt's es euch!"
Seit Rautenberg sein Video am 25. August auf Facebook gepostet hatte, wurde es schon mehr als 1.300 Mal geteilt. Die User feiern ihn dafür und stehen voll auf seiner Seite:
"Tja, des is unser Gesellschaft ... braucht man sich nicht wundern, wenn bald niemand mehr bock hat, sich ehrenamtlich zu engagieren wenns nicht mal ansatzweise gewürdigt wird", schreibt Userin Sarah B. darunter. Raffael T. kennt die Probleme nur zu gut: "Ich bin selbst Feuerwehrler und muss leider immer öfter erleben, wie wir Rettungskräfte (organisationsunabhängig) angegangen, beleidigt oder sogar angefahren werden. Hut ab vor deiner Courage".
Bleibt zu hoffen, dass es zumindest einige Lenker kapiert haben und diese in Zukunft die Rettungskräfte einfach ungestört ihre Arbeit machen lassen.