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Wutrede vom Erzrivalen nach Rassismus gegen Vinicius

Spaniens Liga wird von einem Rassismus-Skandal erschüttert. Nachdem Real-Star Vinicius Junior attackiert wurde, schaltet sich Erzrivale Barcelona ein.
Heute Redaktion
23.05.2023, 19:16
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Am Sonntag verlor Real Madrid in Valencia mit 0:1. Über das Ergebnis spricht jedoch niemand – das hat einen traurigen Grund. Vinicius Junior wurde von Fans des Heimteams mehrmals als Affe beschimpft. Und das nicht zum ersten Mal. Immer wieder muss sich der Brasilianer mit rassistischen Äußerungen auseinandersetzen. Konsequenzen gibt es selten.

"Es war weder das erste noch das zweite noch das dritte Mal. Rassismus ist in LaLiga normal. Die Konkurrenz hält es für normal, der Verband auch und die Gegner ermutigen es. Es tut mir leid. Die Meisterschaft, die einst Ronaldinho, Ronaldo, Cristiano und Messi gehörte, gehört heute den Rassisten", schrieb Vinicius Junior in den sozialen Netzwerken.

"Es tut mir leid für die Spanier, die anderer Meinung sind, aber heute gilt Spanien in Brasilien als Land der Rassisten. Und leider habe ich für alles, was jede Woche passiert, keine Verteidigung. Aber ich bin stark und werde bis zum Ende gegen Rassisten vorgehen", ergänzte der Stürmer.

Schwacher Trost: Die Polizei nahm drei Jugendliche in Valencia fest – sie sollen im Stadion beim Eklat federführend gewesen sein. Auch in Madrid gab es vier Verhaftungen. Sie haben mit einer Aktion vor einem Derby gegen Atletico im Jänner zu tun. Damals baumelte eine Vinicius-Puppe am Geländer einer Brücke. "Madrid hasst Real", stand auf einem Banner. Den Festgenommenen – drei sind aktive Mitglieder einer Ultras-Gruppe – wird ein Hassverbrechen zur Last gelegt, teilte die Polizei mit.

Nach dem Rassimus-Eklat schaltet sich auch Reals Erzrivale Barcelona ein – in der Gestalt von Coach Xavi, der auf einer Pressekonferenz deutliche Worte fand: "Da geht es nicht um das Vereinswappen oder das Trikot. Vinícius ist ein Mensch - er ist nicht erst ein Spieler von Real Madrid und erst danach ein Mensch. Da muss man jeden professionellen Spieler, jede Person schützen - die Vereinsfarben sind egal."

Der Trainer redete sich zunehmend in Rage und nahm auch den Verband in die Pflicht: "Wir müssen den Rassismus ein für alle Mal ausrotten. Die Menschen müssen erzogen werden. Die Spiele sollten abgebrochen werden. Wir müssen uns zusammentun und hart durchgreifen. Es ist eine Frage der Erziehung. Man geht nicht in ein Fußballstadion, um Leute zu beleidigen. Beleidigungen werden akzeptiert. Es ist der einzige Sport und der einzige Beruf, in dem Beleidigungen akzeptiert werden. Ich habe das als Mensch, als Mitbürger, nie verstanden. Ich arbeite auf der Trainerbank und man beleidigt mich"

Weiters meinte der einstige Barca-Starspieler: "Ich sehe nicht, dass ein Bäcker oder ein Arbeiter oder ein Journalist bei der Arbeit beleidigt werden. Das alles muss aufhören. Beleidigung? Raus mit dir! Es wird nicht weitergespielt, wir beenden das Spiel!"

Am Ende richtete er sich noch direkt an Liga-Boss Tebas und Verbandschef Luis Rubiales: "Das ist eine Nachricht für die Präsidenten der Liga und des Verbands. Wir müssen dem Ganzen einen Riegel vorschieben. Geh und beleidige einen Bauarbeiter - ich bin sicher, dass einem ein Ziegelstein auf den Kopf fallen wird. Ich muss mir während meiner Arbeitszeit keine Beleidigungen und Unverschämtheiten jeglicher Art gefallen lassen. Genug ist genug. Wir beenden das Spiel und gehen nach Hause."

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