Wien

XL-Bäume, Wasserspiele – Michaelerplatz wird klimafit

Der Michaelerplatz in der City bekommt ein Facelift. Geplant sind Maßnahmen zur Begrünung und eine Begegnungszone. Baustart ist im Februar 2024.

Heute Redaktion
Viel Grün, bessere Aufenthaltsqualität: Das verspricht die Stadt für den neuen Michaelerplatz – so soll das Ergebnis aussehen.
Viel Grün, bessere Aufenthaltsqualität: Das verspricht die Stadt für den neuen Michaelerplatz – so soll das Ergebnis aussehen.
ZOOMVP/Mobilitätsagentur Wien

Von Looshaus, über Michaelerkirche bis Hofburg: Der Michaelerplatz ist berühmt für seine Architektur. An diese sollen die neuen Maßnahmen angepasst werden. 2024 bekommt der berühmte Platz in der Wiener Innenstadt einen neuen Look verpasst. Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) und Bezirkschef Markus Figl (ÖVP) präsentierten vor Ort die Pläne zur Attraktivierung.

Austausch mit Denkmalamt

Geplant sind neben neun XL-Bäumen etwa fünf bepflanzte Hochtröge im Einfahrtsbereich zum Kohlmarkt. Entlang des Michaelertraktes der Hofburg werden zwei große Pflanzbeete mit Sitzgelegenheiten angeordnet. Diese werden mit Gräserstauden und sechs kleinkronigen Bäumen bepflanzt. Vor dem Looshaus entsteht ein Wasserspiel mit 39 Bodendüsen, das ein angenehmeres Mikroklima schaffen soll. Fünf neue Trinkhydranten dienen als Durstlöscher.

Besondere Herausforderung bei der Umgestaltung ist der Denkmalschutz. Um den Anforderungen gerecht zu werden, gab es einen Austausch mit dem Bundesdenkmalamt. Die Freihaltung der zentralen Blickachse auf das Michaelertor war eine klare Vorgabe. Auch das 1992 errichtete und von Bollern eingefasste, kreisförmige Zentrum des Platzes steht als bedeutendes Werk des österreichischen Architekten Hans Hollein unter Denkmalschutz. Auf die Erhaltung der Platzgestaltung muss daher Rücksicht genommen werden.

Im Februar 2024 starten die Arbeiten für den neuen Michaelerplatz.
Im Februar 2024 starten die Arbeiten für den neuen Michaelerplatz.
ZOOMVP/Mobilitätsagentur Wien

Erweiterung der Fußgängerzone

Die archäologischen Ausgrabungen im Zentrum bleiben bestehen. Die freien Flächen innerhalb der Ausgrabungen werden begrünt und die Beleuchtung erneuert. Für die neue Baumgruppe in der Mitte wird eine Spezialkonstruktion errichtet, damit die darunter liegenden jahrhundertealten Kellergewölbe unbeschadet bleiben und die Bäume dennoch gute Wachstumsbedingungen vorfinden.

Fußgänger sollen durch die Erweiterung der Gehflächen mehr Platz erhalten. Auf der Seite des Kohlmarktes, der schon bisher eine Fußgängerzone war, wird diese bis zum inneren Zentrum des Platzes erweitert und reicht künftig bis zur Reitschulgasse. Die übrige Fläche wird zur Begegnungszone. Die neue Pflasteroberfläche aus Naturstein ermöglichen auch das Versickern von Niederschlagswasser. Das entlastet einerseits die Kanalisation und führt durch die Verdunstung zu einem Kühlungseffekt. Damit gehört die bisher holprige Pflasterung der Vergangenheit an.

Einbahnregelung bis zur Reitschulgasse

Neue Sitzgelegenheiten – acht Langbänke, zwei Rundbänke und eine dreifach Rundbank – laden künftig zum Verweilen ein. Durch die Neugestaltung entsteht eine barrierefreie Oberfläche, die mit einem taktilen Leitsystem für blinde und sehbehinderte Personen ergänzt wird. Die Fahrfläche in der Begegnungszone wird als Einbahn von der Herrengasse bis zur Reitschulgasse geführt – und mit Beton hergestellt, um der Beanspruchung durch die Beschlagung der Fiaker standzuhalten. Ausgenommen von der Einbahnregelung sind Radfahrer und Taxis.

Auch in Schauflergasse, Herrengasse, Habsburggergasse und Reitschulgasse bleibt das Radfahren gegen die Einbahn weiterhin möglich. Am Michaelerplatz wird es künftig vier Fiakerstandplätze, aufgeteilt auf zwei Buchten, geben. Weitere zehn Fiakerstandplätze stehen in der Schauflergasse zur Verfügung. Granitmuldensteine und eine entsprechende Anordnung der Einlaufschächte sorgen dafür, dass die Abwässer abgeleitet werden und keine unangenehmen Gerüche entstehen. Der bestehende Taxistandplatz in der Reitschulgasse bleibt erhalten. Im Februar 2024 sollen die Arbeiten beginnen.

"Verbesserung der barrierefreien Nutzung"

"Mit seinen zahlreichen architektonischen Juwelen ist der Michaelerplatz schon jetzt eine beeindruckende Visitenkarte der Wiener Innenstadt. Ich freue mich, dass es uns nun gelingt, den Erhalt des historischen Charakters und die Beachtung des Denkmalschutzes mit einer klimafitten Neugestaltung für die Zukunft zu vereinen", so Planungsstadträtin Ulli Sima.

Bezirksvorsteher Markus Figl ergänzt: "Durch die neue Pflasterung auf dem Michaelerplatz wird es zu einer erheblichen Verbesserung hinsichtlich der barrierefreien Nutzung des Platzes kommen. Ob mit dem Rollstuhl, dem Kinderwagen oder dem Fahrrad – für alle wird es statt dem holprigen Untergrund eine sanierte Oberfläche geben."

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