Die kroatische Region Zadar hat einen drastischen Maßnahmenplan beschlossen, um die wachsende Wildschweinplage auf den Inseln des Archipels zu bekämpfen. Künftig sollen die Tiere bis zur vollständigen Ausrottung gejagt werden, das berichtet der lokale Blogger Kristijan Antic.
Was für Urlauber nach unberührter Natur klingt, ist für die örtlichen Inselbewohner, die sogenannten Boduli, seit Jahren ein großes Problem. Wildschweine und andere Tiere, die ursprünglich nicht auf den Inseln heimisch waren, haben sich stark vermehrt und verursachen erhebliche Schäden an Olivenhainen, Weinbergen und den typischen Trockenmauern, die sogar UNESCO-Welterbe sind.
Wie kristijan-antic.blog berichtet, hat Josip Bilaver, der amtierende Präfekt des Landkreises Zadar, das offizielle Protokoll für die Jagdsaison 2026/2027 unterzeichnet. Ziel ist nicht mehr nur eine Reduktion, sondern die vollständige Ausrottung der Wildschweine auf den Inseln.
Der Schritt gilt als Reaktion auf die anhaltenden Hilferufe der lokalen Bauern, deren Lebensgrundlagen durch die Wildschweine massiv bedroht sind. Für viele Einheimische ist die radikale Maßnahme die letzte Hoffnung, um die traditionelle Landwirtschaft auf den Inseln zu retten.
Die Entscheidung wirft aber auch Fragen auf: Während Befürworter auf den Schutz der ursprünglichen Flora, Fauna und Kulturlandschaft pochen, sehen Kritiker ein ethisches Dilemma im geplanten Vorgehen. In den kommenden Monaten wird sich zeigen, wie die Jägerschaft den Auftrag umsetzt und welche Folgen der Plan für das Ökosystem der Region Zadar haben wird.