Der besorgniserregende Anstieg hat mehrere Gründe. Zu einem geschieht ein Wandel in der Party-Kultur: Es wird mehr gekifft und sonstige Drogen konsumiert als exzessiv getrunken. Die Zahl der Alko-Lenker bleibt dagegen stabil: 2015 mussten 2.244 Autofahrer ihren Führerschein wegen Alkohol am Steuer abgeben, 2016 waren es 2.242. An diesen Wandel hat sich die Polizei angepasst und wird dementsprechend darauf geschult.
Im "Wien heute"-Interview erklärt Michael Wassermann von der Landesverkehrsabteilung: "In den letzten zehn Jahren ist die Zahl der Drogenlenker sprunghaft angestiegen. Es ist schwer nachzuweisen, aber wir bekommen da immer mehr Gefühl dafür, welche Lenker anfällig sind. Von den jungen Leuten werden mehr Drogen, insbesondere Marihuana, konsumiert. Dafür gehen sie weniger zum Heurigen."
Vorwiegend junge Männer
Pro Planquadrat werden fünf bis sieben Drogenlenker erwischt, nur noch zwei bis drei sind stark alkoholisiert. Häufig kontrolliert wird zum Beispiel in Meidling und rund um den Gürtel.
Die meisten Drogen- und Alkohollenker sind männlich und befinden sich in den Jahren, in denen sie ihre Grenzen austesten.
Drogenvortestgerät noch nicht so weit
"Es gibt aber sicher immer noch eine hohe Dunkelziffer", so Wassermann. Die Polizei ist auf Fahrer unter Drogeneinfluss besser vorbereitet, dennoch soll ein Drogenvortestgerät zum Einsatz gebracht werden, um die hohe Dunkelziffer weiter zu senken. Dessen Verwendung im Dienst wird noch ein bisschen warten müssen, da zum Beispiel Cannabis im Speichel nur schwer nachweisbar ist.
Jede konsumierte Droge äußert sich in bestimmten Auffälligkeiten. Darauf müssen die Beamten achten, meint Heinz Hajek, einer von 28 Amtsärzten der Polizei: "Das kann von Schläfrigkeit, Müdigkeit und verlangsamten Reaktionen bis hin zu aufgedreht, nervös und hyperaktiv gehen - je nachdem welche Droge konsumiert wurde, gibt es da ein breites Spektrum", so der Amtsarzt.
(bai)