Zechpreller-Arzt bewarf WEGA-Beamte mit Hantelscheibe

Zechpreller-Arzt bewarf WEGA-Beamte mit Hantelscheibe.
Zechpreller-Arzt bewarf WEGA-Beamte mit Hantelscheibe.picturedesk.com (Symbolbild)
Ein Wiener Ex-Arzt stand am Dienstag erneut vor Gericht. Nachdem er in Luxuslokalen aß ohne zu zahlen, warf er nun mit Fitnessgeräten auf Polizisten.

Der ehemalige AKH-Arzt ist ein Wiederholungstäter: Bereits 2015 zerlegte er in Heidelberg (D) seine Wohnung. In Wien fiel er, wie berichtet, im vergangenen Jahr als Serien-Zechpreller negativ in Erscheinung: Großspurig und mit der "Attitüde eines Nobelpreisträgers" (Gerichtsgutachter Dr. Hofmann) trank und dinierte er im Maßanzug in noblen Innenstadt-Lokalen – die teuren Rechnungen beglich er nie. Immer hatte er Ausreden parat. Mit seinem eloquenten Auftreten wand sich der 36-Jährige oft heraus. Wurde es eng, platzte ihm der Kent-Kragen: In einem Hotel zerschlug er eine Vase, immer wieder lieferte er sich wilde Wortgefechte mit Restaurant-Personal.

Arzt schüttete heißen Tee auf Wärter

Athanassios Z., stellvertretender Geschäftsführer vom Edel-Griechen "Ellas", etwa erinnerte sich im "Heute"- Gespräch genau an den besagten Gast. "Der Mann, ein Herr Doktor, kam im November um ca. 21.00 Uhr ins Lokal, bestellte Champagner und Vorspeise, Hauptspeise sowie Dessert. Beim Zahlen der 180 Euro-Rechnung ging dann seine Karte nicht. Als ich nach einem Ausweis fragte, wurde der Gast rabiat. Ich alarmierte die Polizei und erstattete Anzeige."
Der Randalierer wurde festgenommen, verhielt sich auch in der U-Haft äußerst aggresiv: So drangsalierte er Mithäftlinge und schüttete heißen Tee auf einen Vollzugsbeamten. Im März wurde er enthaftet. Am 9. Mai zerlegte er, getrieben von einer paranoiden Erkrankung, seine Wohnung. Nachbarn schlugen Alarm.

Der Arzt tobte und warf Gegenstände durch die Gegend. Eine schwere Rudermaschine flog aus dem Fenster auf die Straße. Nur durch Glück wurden keine Passanten verletzt. WEGA-Beamte durchbrachen die Wohnungstüre und stürmten auf den Mediziner. Ihnen flogen weitere Fitness-Utensilien und blanker Hass entgegen. Ein Beamter wurde von einer Hantelscheibe getroffen.

"Ich war sehr hungrig"

"Ich war nicht ich selbst. An diesem Tag war ich äußerst aggresiv und hungrig" – erklärte er sich vor Gericht. Der Gutachter sprach ihm die Schuldfähigkeit ab und diagnostizierte eine geistige, seelische Abartigkeit höheren Grades. Da sich sein Zustand durch Medikamente mittlerweile stark verbessert hatte, empfahl er eine bedingte Einweisung mit fünf Jahren Probezeit. Er muss nun regelmäßig zu Hause medizinisch und psychologisch betreut werden.

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