Schneeweiße Hose, blassgrünes Hemd, zwei Achtereisen am Handgelenk. Am Mittwoch musste sich ein bei Frauen durchaus beliebter Mittelamerikaner als mutmaßlicher Koks-Konsument und -Dealer vor Gericht verantworten.
Der Mann, der zehn Kinder mit vier verschiedenen Frauen hat, soll aufgrund seines erheblichen Eigenkonsums ziemlich gestreckte Ware unter anderem auch an einen verdeckten Ermittler weitervermittelt haben.
Nach filmreifer Flucht klickten aufgrund eines europäischen Haftbefehls in Spanien schließlich die Handschellen. Anwalt Zaid Rauf übernahm nach seiner Überstellung nach Wien die Verteidigung des dreifach vorbestraften Karibik-Casanovas, versicherte: "Wenn es um alles geht, ändern sich Menschen."
Der Angeklagte beklagte mit spanischem Akzent, aber auf Deutsch seine – aus nachvollziehbaren Gründen – durchaus schwierige (Familien-)Situation und flehte den Richter förmlich um eine Bewährungsstrafe an: "Sie werden nie wieder etwas von mir hören, versprochen. Ich habe zwei kleinere Kinder zu Hause, wovon eines meine Unterstützung dringend benötigt", so der Angeklagte. Er wünschte sich, eine Therapie machen zu dürfen, statt weiter in Haft schmoren zu müssen. "Auch ich brauche Hilfe."
Der Senat hatte Erbarmen – wenn auch nicht zu viel. Urteil: 2 Jahre Haft, mit Aussicht auf Therapie – bereits rechtskräftig.