Zeiler und Kern hatten "Faymann-Sturz" geplant

Medienmanager Gerhard Zeiler hat sich im Rennen um die Nachfolge von Werner Faymann zurückgezogen. Verärgert ist der darüber aber keineswegs, wie er im ZIB2-Interview verriet. Er hätte mit ÖBB-Chef Christian Kern seit einem Jahr einen Plan für die Zeit nach Faymann ausgearbeitet. Einer von beiden sollte die Nachfolge übernehmen. "Christian Kern hat die Unterstützung der ganzen Partei, und auch meine Unterstützung", sagte Zeiler Donnerstagabend.

Medienmanager seit einem Jahr einen Plan für die Zeit nach Faymann ausgearbeitet. Einer von beiden sollte die Nachfolge übernehmen. "Christian Kern hat die Unterstützung der ganzen Partei, und auch meine Unterstützung", sagte Zeiler Donnerstagabend.

Mit Kern sei er seit einem Jahr in der Diskussion über die Zukunft der SPÖ einig. Hätte sich Werner Faymann am Parteitag noch einmal der Wahl gestellt, wäre Zeiler als Gegenkandidat angetreten. Das sei nun nicht mehr nötig, weil Faymann von sich aus selbst den Rückzug antrat und sich viele in der Partei für Christian Kern stark machten. Wichtig sei laut Zeiler nun, dass Einigkeit herrsche, nicht nur inhaltlich, sondern auch personell.
Trainer verlor zu viele Spiele

Zu Faymanns Rücktritt meinte Zeiler in der ZIB2: "Wenn man als Trainer so viele Spiele verliert, kann man die Mannschaft nicht zum Erfolg führen." Faymann hätte durchaus gute Arbeit geleistet, jedoch ohne zählbaren Erfolg bei Wahlen. Dass ein Manager nicht wie ein Politiker denken kann, verneinte Zeiler: "Selbstverständlich kann man eine Partei nicht wie ein Unternehmen führen. Aber auch ein Unternehmen wird nicht diktatorisch geführt."

Die ÖVP stellte dem neuen Bundeskanzler drei Bedingungen für die weitere Zusammenarbeit. Darunter die Beibehaltung der strengeren Asylpolitik. "Es reicht nicht zu sagen, wir machen die Grenzen auf, es reicht aber auch nicht zu sagen, wir machen die Grenzen zu", meinte Zeiler zu diesem Thema. Er wünsche sich eine gesamteuropäische Lösung abseits der gegenwärtig geführten Diskussionen und plädiert für einen Marshall-Plan für Afrika. Die EU solle zehn bis 20 Prozent des Budgets investieren.
"Ausgrenzen nein, abgrenzen ja"

Den Umgang mit der FPÖ sieht er zwiespältig wie die gesamte SPÖ. Auf Länderebene sei der Parteibeschluss, nicht mit der FPÖ zu koalieren, ein Fehler gewesen, weil er nicht der Realität entspreche und in vielen Orten auf Gemeindeebene Rot und Blau zusammenarbeiteten. "Es kann ja nicht sein, dass Wählerwille verfälscht wird."

Auf Bundesebene gebe es zwar Überschneidungen, doch es steht und fällt mit dem Thema EU. Solange die FPÖ nicht ihre Meinung ändere und zu Europa stehe, werde es keine Koalition geben. "Nicht auf die SPÖ, sondern auf die FPÖ kommt es an. Ausgrenzen nein, abgrenzen selbstverständlich ja."

Kern steht als neuer SPÖ-Chef und Bundeskanzler quasi fest, das wurde auch Zeiler nach einem Treffen im Wiener Rathaus mit SPÖ-Interimschef und Bürgermeister Michael Häupl am Donnerstag klar. Zeiler habe Häupl bei einem Treffen am Vormittag deshalb gesagt, dass er für eine Kampfkandidatur gegen Kern nicht zur Verfügung stehe.
Heute wird es Kern, Angelobung am Mittwoch

Die endgültige Entscheidung fällt offiziell am Freitag. Häupl wird die roten Spitzenvertreter zu sich laden - um die Kür Kerns zu fixieren. Das Treffen, zu dem neben den Landesparteiobleuten auch die anderen Granden der SPÖ wie Gewerkschaft und Klubspitze erwartet werden, findet hinter verschlossenen Türen im Wiener Rathaus  statt.

Schon Mittwochmittag soll es dann Erklärungen des neuen Kanzlers und von Vizekanzler Reinhold Mitterlehner im Nationalrat geben. Dieser Tagesordnungspunkt sei direkt nach den beiden Aktuellen Stunden und somit gegen 12.00 Uhr angesetzt. Damit bleibt Zeit für Bundespräsident Heinz Fischer, davor das neue Kabinett von Kern anzugeloben.

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