Schon im Qualifying vor dem Sprintrennen kannten die Stewards keine Gnade, strichen erst nach dem Zeittraining die schnellste Runde von Red-Bull-Ass Sergio Perez aus Q2, der Mexikaner rutschte dadurch vom vierten auf den 13. Startplatz zurück.
Auch im Rennen schauten die Kommissare ganz genau hin. Insgesamt wurden 43 Verstöße gegen die Tracklimits beanstandet, mit Sebastian Vettel, Lando Norris, Pierre Gasly und Guanyu Zhou kassierten gleich vier Fahrer eine Fünf-Sekunden-Strafe. Sie alle überschritten die Streckenbegrenzung zumindest dreimal. In der laufenden Saison ahnden die Rennleiter Niels Wittich und Eduardo Freitas das Überschreiten der Streckenbegrenzung strenger, andererseits lädt der Red Bull Ring mit seinen schnellen Kurven und der kurzen Rundenzeit zu riskanten Linien ein.
Die Formel-1-Piloten haben für die strengere Herangehensweise der Rennleitung aber kein Verständnis. "Die Diskussionen über die Tracklimits waren ein ziemlicher Witz. Innerhalb der weißen Linie zu bleiben, hört sich einfach an, ist es oft aber nicht. Wenn man blind durch Kurven fährt, hat man mehr Untersteuern. Aber gewinnt man dadurch Zeit? Vielleicht ja, vielleicht nein", ärgerte sich Weltmeister Max Verstappen über das Vorgehen der Stewards. "Dann zieht doch eine Mauer hoch und schüttet Kies auf", forderte der Niederländer andere Herangehensweisen. Schließlich würde man beim Durchfahren eines Kiesbettes ohnehin ausgebremst werden.
"Es ist ein bisschen dumm. Zumindest manche Verstöße", ärgerte sich auch McLaren-Pilot Norris. Er sei beim Überfahren der Tracklimits in Kurve 1 ohnehin bestraft worden. "Das hat mich eine Sekunde gekostet", meinte der Brite. Gleichzeitig unterstrich Norris aber: "Wir Fahrer wollten es streng." Deshalb wird sich an der Herangehensweise der Rennleitung wohl auch in Le Castellet nichts ändern. Auf dem Kurs im Süden Frankreichs sind Kiesbetten ohnehin Mangelware.