ZTE Axon 10 Pro im Test: Starker Akku, fetter Sound

ZTE hat mit dem Axon 10 Pro ein Gerät geschaffen, das sich deutlich an Huawei und Samsung orientiert und mit Sound sowie Akku punktet.
Der chinesische Hersteller ZTE ist mit seinem Axon 10 Pro einer der Vorreiter bei 5G-Smartphones in Österreich. Das 5G-fähige Modell wird es demnächst über den Mobilfunkanbieter Drei sowie im Fachhandel um rund 899 Euro geben. Daneben bietet ZTE auch eine LTE-Version des Geräts um 699 Euro an – beide Preise sind starke Kampfansagen, denn das Axon siedelt sich eindeutig im Highend-Segment an.

Dem Trend großer Displays folgend bietet das Axon 10 Pro ein 6,47-Zoll-Display, das sogar größer als die meisten Standard-Modelle der Flaggschiff-Konkurrenten von Apple, Huawei und Samsung ist. Dank schmaler Displayränder lässt sich das Gerät trotzdem gut in einer Hand halten und fällt beim Gewicht (175 Gramm) überraschend leicht aus. Bedienen muss man es zum Tippen und Co. aber mit beiden Händen.

Zu der großen Glas-Front gesellt sich ein blauer Glas-Rücken, der schön anzusehen ist, aber Material-gemäß Fingerabdrücke anzieht. Dazwischen zieht sich ein etwas breiterer Metallrahmen als man ihn von anderen Flaggschiffen kennt. Allerdings fällt dieser kaum auf, weil er schön abgerundet Front und Rücken verbindet und in derselben Farbe wie der Rücken auftritt.

Dem Huawei P30 Pro sehr ähnlich

Die Frontkamera des Smartphones ist in einem kleinen Tropfen-Notch verbaut, wie man ihn vom Huawei P30 Pro kennt. Generell ähnelt sich die Front der beiden Geräte extrem, das ZTE verfügt aber um minimal stärkere Displayränder als das Huawei. Auch der übrige Hardware-Verbau gleicht sich: Auf der linken Unterseite findet sich der Dual-SIM-Slot mit optionaler Speichererweiterung, daneben der USB-C-Ladeanschluss und wiederum daneben der Lautsprecher.

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An der rechten Geräteseite ist die Lautstärkewippe und der Power-Button angebracht, eine klassische 3,5-Millimeter-Kopfhörerbuchse gibt es nicht. Die größte Abweichung gibt es auf der Rückseite: Beim ZTE Axon 10 Pro sind alle Linsen auf der linken Rückseite untereinander angeordnet – beim P30 Pro sind eine Linse und der Blitz neben einem Triple-Kamera-Setup zu finden.

CommentCreated with Sketch.0 Zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Abstriche fallen nicht ins Gewicht

Auch technisch orientiert man sich am chinesischen Bruder. Display-Auflösung (1.080 x 2.340 Pixel) und Pixeldichte (398 PPI) sind ebenso identisch wie die satte Farbdarstellung, die guten Kontraste und die scharfe Anzeige sowie die automatische Helligkeitsanpassung. Auch der Fingerabdrucksensor findet sich im Display selbst verbaut und reagiert mit wenigen Ausnahmen schnell und präzise. Alternativ kann das Gerät auch per Gesichtserkennung entsperrt werden.

Ab diesem Punkt gibt es dann doch Unterschiede zu Huawei. So findet sich im Axon 10 Pro ein Snapdragon 855 Chip mit 6 GB Arbeitsspeicher, 128 GB internem Speicher und ein 4.000 mAh Akku. Bei Akku und Arbeitsspeicher liegt man da etwas unter dem Flaggschiff-Bruder, was in der Praxis aber kaum auffällt. So kommt man bei intensiver Nutzung trotzdem mehr als nur einen Tag aus und merkt keinerlei Ruckler oder Verzögerungen selbst bei aufwändigen Apps und Spielen.

Schlaue Software-Helferlein

Das ZTE Axon 10 Pro hat seine Effizienz kleinen, schlauen Programmen im Hintergrund zu verdanken. So spart Leistung und Akku, dass optional nur aktive, geöffnete Apps ab der Hälfte der Batterieleistung auf das Netzwerk zugreifen oder Standortdienste schließen, wenn das Display dunkel bleibt. Dafür braucht das Axon 10 Pro aber trotz Schnellladefunktion etwas länger von 0 auf 100 Prozent, nämlich rund 1,5 Stunden (beim P30 Pro schafften wir das in unter 40 Minuten). Kabelloses Laden ist dafür auch an Bord.

Auch wenn es auf der Rückseite des Axons so aussieht, als nutze das Gerät eine Dual-Kamera, handelt es sich doch um eine Triple-Cam (48 MP Hauptlinse, 20 MP Ultraweitwinkel, 8 MP Tele). Die Qualität der Bilder entspricht den Spitzenleistungen der Huawei- und Samsung-Flaggschiffe, Aufnahmen sind scharf, kontrastreich und auch bei schlechten Lichtverhältnissen atemberaubend schön. In letzterem Punkt wissen aber Huawei und Samsung noch besser aufzutrumpfen.

Zoom-Spielerei und toller Sound

Was nicht allzu auffällt: Beim Zoom wird "nur" ein dreifacher optischer Zoom unterstützt, doch auch die ersten Digitalstufen können sich noch sehen lassen. Ab dem Zehnfach-Zoom nimmt die Bildschärfe dann drastisch ab, der maximal 20fach-Zoom ist deswegen eher eine Spielerei. Ohne Makel ist die 20-MP-Frontkamera, die schön scharfe Aufnahmen abliefert. Was ZTE allerdings dringend braucht: Ein Update der Software-Kameraoberfläche. Zwar sind alle wichtigen Funktionen enthalten, die App sieht aber mit den dicken, schwarzen Balkenrändern und den weißen App-Symbolen sehr unspektakulär aus.

Bei der Android-Software weiß das ZTE Axon 10 Pro wieder besser zu gefallen. Zwar legt auch ZTE eine Oberfläche über das Android-Betriebssystem ("Mifavor"), hält sich dabei aber massiver zurück als jeder andere Hersteller. So gibt es in vielen Bereichen quasi pures Android und ZTE hat nur einige smarte Funktionen eingestreut. So muss man etwa nicht nur von der Bildschirmoberseite nach unten wischen, um zum Nachrichtenmenü zu kommen, sondern kann einfach irgendwo am Display nach unten wischen. Solche kleinen, aber feinen Funktionen finden sich einige am Gerät.

Umwerfender Sound

Neben der Oberfläche des Betriebssystems kann das ZTE Axon 10 Pro auch in einem weiteren Punkt gegenüber der Konkurrenz punkten – und das ist überraschenderweise der Sound. ZTE hat im Smartphone einen Qualcomm Hi-Fi Codec Chip verbaut und lässt diesen mit der DTS:X-Soundtechnologie in Ultra HD zusammenspielen. Das Ergebnis: Kraftvoller Sound mit viel Bass und einem verzerrungsfreien Hörvergnügen selbst bei hohen Lautstärken. Vor allem beim Video-Streaming fällt das positiv auf.

Insgesamt hält das ZTE Axon 10 Pro mit den derzeitigen Spitzenmodellen der Konkurrenz mit. Zwar schlägt das Smartphone die anderen Flaggschiffe bei Arbeitsspeicher, Speicher, Chip oder Kamera nicht, die Abstriche fallen aber minimal aus und werden kaum bemerkbar sein. Bei Sound und Software weiß das Smartphone dafür eigene Duftmarken zu setzen. Und sieht man sich den Preis an, können sowohl das ZTE Axon 10 Pro um 599 Euro als auch das ZTE Axon 10 Pro 5G um 899 Euro als Geheimtipps der Smartphone-Oberklasse bezeichnet werden. (Rene Findenig)

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