Zu lang mit Öffis gefahren: Burgenländerin abgestraft

Die Burgenländerin war zu lange mit den Öffis unterwegs.
Die Burgenländerin war zu lange mit den Öffis unterwegs.Bild: Wiener Linien, heute.at

Eine Frau beschwerte sich, dass sie trotz eines gültigen Fahrscheines eine Strafe zahlen musste. Der Grund: Sie war zu lange in eine Richtung unterwegs.

Die Wiener gehören im europäischen Vergleich zu den ehrlichsten Öffi-Fahrern. Dennoch wurden 2019 rund 93.000 Schwarzfahrer erwischt und mussten eine Strafe bezahlen. Das passierte auch der 32-jährigen Elisabeth (Name von der Redaktion geändert), als sie beim Schottenring kontrolliert wurde.

Elisabeth erzählt im "Heute.at"-Gespräch, sie habe nach einem Unfall eine Gehbehinderung und sei daher auf ihren gebrechlichen Beinen einfach etwas langsamer unterwegs. Als sie am Donnerstag vor zwei Wochen in Wien unterwegs war, zwickte sie ganz normal einen Einzelfahrschein.

Eine Stunde von Meidling bis Schottenring

Nach eigenen Angaben stieg Elisabeth in Meidling in die U6, stieg anschließend in die U4 und wollte ursprünglich nach Spittelau fahren. Fälschlicherweise dachte sie bei der Station Schottenring, sie hätte sich verfahren, stieg in die U2 um und fuhr zum Schottentor. Dort realisierte die 32-Jährige allerdings, dass der Umstieg ein Fehler war und fuhr wieder zum Schottenring zurück. "Ich war zu dem Zeitpunkt schon länger nicht in Wien und daher etwas verwirrt", so Elisabeth gegenüber "Heute.at".

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Als die Burgenländerin dann beim Schottenring am Weg zum Ticketautomaten kontrolliert wurde, sah der Schwarzkappler ganz genau auf die Uhrzeit des gezwickten Fahrscheins. Die 32-Jährige versuchte ihm zu erklären, sie sei gerade eine Stunde lang unterwegs gewesen. Der Kontrolleur soll allerdings beanstandet haben, dass es in Wien unmöglich sei, in eine Richtung so lange zu fahren.

Das Argument der Frau, sie hätte wegen ihrer Gehbehinderung etwas länger gebraucht, ließ der Kontrolleur auch nicht gelten. "Er glaubte mir einfach nicht und stellte mir 105 Euro fürs Schwarzfahren in Rechnung", erzählt die Frau im "Heute.at"-Gespräch.

Wiener Linien prüft den Fall

Laut Wiener Linien Routenplaner soll der kürzeste Weg von Meidling nach Schottenring mit den U-Bahnlinien U6 und U4 etwa 14 bis 16 Minuten dauern. "Heute.at"- fragte bei den Wiener Linien nach, was es mit der Strafe auf sich hatte. "Unsere Kontrolleure wissen natürlich, wie lang man in etwa von A nach B braucht und berechnen dabei auch eine Toleranz ein. Nach einer Prüfung des konkreten Falles, wurde die Strafe allerdings auf Kulanz erlassen", so Pressesprecherin Lisa Schmid gegenüber "Heute.at".

Das darf man mit einem Einzelfahrschein in Wien

Der Einzelfahrschein "1 Fahrt Wien" kostet derzeit 2,40 Euro. Mit diesem Ticket ist es dann erlaubt, in eine Richtung zu fahren und dabei beliebig oft umzusteigen. Die Fahrt darf jedoch nicht unterbrochen werden, sonst muss man ein neues Ticket lösen.

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