In der "Villa der Versuchung" geht es eigentlich darum, den Verlockungen zu widerstehen und möglichst viel vom gemeinsamen Preisgeld zu retten. Roland Ludomirska scheint das Konzept allerdings auf seine ganz eigene Art zu interpretieren.
Der österreichische "Käse-Millionär" gönnt sich, worauf er Lust hat – und kann die Sparsamkeit einiger seiner Mitbewohner offenbar überhaupt nicht nachvollziehen. Besonders Menschen, die selbst nichts kaufen, aber bei anderen mitnaschen, sind ihm ein Dorn im Auge.
"Schnorrer" nennt Roland solche Kandidaten wenig charmant. Für ihn ist klar: Wer etwas haben möchte, soll gefälligst selbst dafür bezahlen.
Doch seine Argumentation geht noch weiter. Als Annika Hoenig wissen möchte, ob Roland seine Aussagen tatsächlich ernst meint oder lediglich für die Kameras provoziert, präsentiert der 57-Jährige seine ganz persönliche Gesellschaftstheorie.
"Das große Problem in der Gesellschaft ist, dass jeder zu wenig egoistisch ist", erklärt er. Seine Lösung klingt mindestens ebenso ungewöhnlich: "Wenn jeder auf sich schaut, ist auf jeden geschaut."
Und Roland setzt noch einen drauf: "Ich bin ein Egoist."
Für Annika sind diese Aussagen alles andere als lustig. Sie muss an ihren schwer erkrankten Ehemann Heinz Hoenig denken. Als es der Familie schlecht ging, hatten zahlreiche Menschen mit Spenden geholfen.
Genau diese Solidarität steht für sie im völligen Gegensatz zu Rolands Weltbild. Annika wird emotional und beginnt zu weinen. Sie sei bis heute dankbar dafür, dass so viele Menschen Heinz unterstützt hätten.
Roland lässt sich von der Kritik allerdings nicht von seiner Haltung abbringen. Auch mit anderen Bewohnern gerät der Österreicher wegen seiner Einstellung aneinander. Besonders mit Landsmann Erik "Satansbratan" kracht es gewaltig.
Der Streit eskaliert später sogar derart, dass die Produktion eingreifen und beide vor einer körperlichen Auseinandersetzung warnen muss.
Lange kann Roland seine Egoismus-Philosophie in der Villa ohnehin nicht mehr ausleben. Bei der anschließenden Abrechnung erhält der 57-Jährige die meisten Stimmen – und muss die Show verlassen.
Wenn am Ende also tatsächlich jeder auf sich schaut, schaut Roland zumindest wieder von zu Hause aus zu.