Zu wenig Impfstoff? Anschober mit Kampfansage

Gesundheitsminister Rudolf Anschober bekräftigt: Österreich hat genügend Impfstoff bestellt
Gesundheitsminister Rudolf Anschober bekräftigt: Österreich hat genügend Impfstoff bestelltHELMUT FOHRINGER; GEORG HOCHMUTH / APA / picturedesk.com; HEUTE-Montage
Die Opposition übte heftige Kritik an der Impfstoffbeschaffung der Bundesregierung, jetzt kontert Gesundheitsminister Anschober.

Österreich hat bis jetzt insgesamt 31 Millionen Impfdosen bestellt, 24 Millionen davon habe man im Herbst geordert. Für die erwachsene Bevölkerung aus rund 7,3 Millionen Menschen und einer angenommenen Beteiligung von 70 Prozent hätte es nur rund 10 Millionen Dosen gebraucht. 

Allerdings sei damals im Herbst weder bekannt gewesen, welcher Impfstoff und welche Technologie eine Marktzulassung erhält und "erst recht nicht", welche Liefermengen zu welchem Zeitpunkt kommen würden. Österreich habe deshalb vor allem auf jene Impfstoffe gesetzt, die für das erste Halbjahr erwartet wurden, erklärt das Gesundheitsministerium am Freitag. 

"Es liegt daher kein Mengenproblem bei der Bestellung vor, sondern es wurde sogar mehrfach überbestellt", wird in der Aussendung betont. Minister Rudolf Anschober legt nach: "Eine 32., 33., oder 34. Million bei den Impfstoff-Dosen am Ende des Jahres würde nicht helfen, da uns jetzt nur Impfstoffe im ersten Halbjahr wirklich weiterhelfen."

Jeder Fünfte schon immunisiert

Bis jetzt wurden bereits rund 1,5 Mio. Impfungen durchgeführt, 1,1 Mio. Menschen haben demnach bereits mindestens die erste Impfung erhalten. "Das sind gut 20 Prozent der Bevölkerung, deren Teilnahme an den Impfungen wir erwarten". Bei der Umsetzung der Impfungen liege Österreich innerhalb der EU-Staaten seit Wochen an vorderster Front. 

Das Gesundheitsministerium legte auch offen, wie es nun weitergeht: "Die Liefermengen werden sich nun verdreifachen: im zweiten Quartal werden zumindest weitere 5,9 Millionen Impfdosen geliefert, damit werden wir am Ende des 1. Halbjahres bei über 9 Millionen gelieferter Impfdosen liegen". Mögliche Vorziehungen von BioNTech/Pfizer seien da noch noch eingerechnet.

Ausblick auf den Sommer

Bundesweit will man nun die Empfehlung des Nationalen Impfgremiums, die zweite Dosis bei den mRNA-Vakzinen erst nach sechs Wochen zu verabreichen, umsetzen. Dadurch werde es eine zusätzliche Beschleunigungen bei der Zahl der geimpften Menschen geben. "Wir rechnen bei der ersten Grundimmunisierung dadurch mit einem Zeitgewinn von 2-3 Wochen", heißt es seitens des Ministeriums.

Alleine im Sommerquartal folgen voraussichtlich weitere 12,1 Millionen Impfdosen. "Es ist daher realistisch, dass wir unser Ziel der Impfung von zwei Drittel der Bevölkerung bis Ende Juni/Anfang Juli zumindest mit einem ersten Stich gut erreichen."

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