Niederösterreich

"Zu wenig Unfälle" für Tempo 100 auf Westautobahn

Ende Jänner hatte es auf der A1 bei St. Pölten einen Unfall mit drei Toten gegeben. Die Stadt St. Pölten drängt nun auf Tempo 100 in dem Abschnitt.

Erich Wessely
Das Unfalldrama auf der A1 bei St. Pölten forderte drei Todesopfer.
Das Unfalldrama auf der A1 bei St. Pölten forderte drei Todesopfer.
Doku NÖ

Am 28. Jänner waren auf der schneebedeckten A1 bei einer Karambolage drei junge Wiener getötet worden, das Trio dürfte laut letztem Erkenntnisstand aus einem voll besetzten Auto herausgeschleudert worden sein - mehr dazu hier und hier. Das Ministerium bremst aber die Forderungen der Stadt St. Pölten nach einer raschen oder sofortigen Tempo-Reduktion.

Auch wegen des tragischen Unfalls mit drei Toten sieht die Stadt St. Pölten gewichtige Sicherheitsargumente für eine Maximalgeschwindigkeit von 100 statt 130 km/h auf der A1 und der S33 auf einer Länge von rund fünf Kilometern bei St. Pölten: Zuletzt habe Ministerin Leonore Gewessler (Grüne) ja selbst davon gesprochen, dass Tempo 100 auf Autobahnen sinnvoll sei, heißt es aus dem Rathaus.

"Muss auch für St. Pölten gelten"

„Was in anderen Städten möglich ist, muss auch für St. Pölten gelten“, fordert Bürgermeister Matthias Stadler (SP). Er werde sich weiter für eine Reduktion von Lärm und Emissionen der fast 130.000 Fahrzeuge, die hier täglich durchfahren, und für die Sicherheit einsetzen. Man spreche in dem Abschnitt von einem Zeitverlust von maximal 40 Sekunden.

Laut Ministerium keine Unfallhäufungsstelle

Aus Gewesslers Ministerium heißt es auf „Heute“-Anfrage: „Bei der letzten Prüfung der Asfinag im angesprochenen Bereich gab es dort keine Unfallhäufungsstelle, die Unfälle mit Personenschäden waren rückläufig. Selbstverständlich wird aber auch der aktuelle Unfall in diese Bewertung mit einfließen.“

Eine Hintertüre gibt es noch: Geschwindigkeitsbeschränkungen aus Lärmschutzgründen seien mit einer neuen Dienstanweisung „Lärmschutz“ möglich. Man habe dazu den Bürgermeister zu Gesprächen eingeladen.

Im Detail heißt es seitens des Klimaschutzministeriums: „Wir haben mit der neuen Dienstanweisung ,Lärmschutz an bestehenden Bundesstraßen' für umfangreiche Verbesserungen beim Lärmschutz gesorgt. Dazu gehört neben deutlich höheren Kostenübernahmen für Lärmschutzmaßnahmen durch die Asafinag auch die verpflichtende Prüfung von Geschwindigkeitsbeschränkungen aus Lärmschutzgründen, wenn die errechnete Höhe der Lärmschutzwand 5,5 Meter übersteigt."

Möglichkeiten werden "aktuell geprüft"

Sowohl der Lärmschutz als auch die Verkehrssicherheit seien dem Klimaschutzministerium ein zentrales Anliegen: "Wir arbeiten deshalb beständig an Verbesserungen. Selbstverständlich werden auf Basis der neuen Dienstanweisung Lärmschutz auch im Bereich St. Pölten die Möglichkeiten zum Schutz der Bevölkerung aktuell geprüft.“

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    Ein Unfalldrama auf der A1 bei St. Pölten forderte drei Todesopfer.
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