Der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg geht in Sachen künstliche Intelligenz einen ungewöhnlichen Schritt: Er lässt eine digitale Version von sich selbst entwickeln. Der KI-Avatar soll seine Verhaltensweisen und Ansichten zur Unternehmensstrategie übernehmen.
Die Idee dahinter: Mitarbeiter könnten den virtuellen Zuckerberg als zugänglicher empfinden als das echte Original. Der Avatar soll künftig in der Lage sein, Feedback zu geben und mit der Belegschaft zu interagieren.
Wie computerwoche.de unter Berufung auf die Financial Times berichtet, ist Zuckerberg persönlich am Training des Modells beteiligt. Das KI-Abbild soll auf seinem Verhalten und seiner Ausdrucksweise basieren, damit sich Beschäftigte durch die Interaktion stärker mit dem Gründer verbunden fühlen.
Zuckerberg ist nicht der erste CEO, der so ein Experiment wagt. Klarna-Chef Sebastian Siemiatkowski hat bereits eine KI-Version von sich eingesetzt. Der Avatar präsentierte Analysten die Geschäftszahlen und nahm sogar Kundenanrufe entgegen. Seinen Job hat er bislang behalten - Teile seiner Belegschaft wurden allerdings bereits entlassen.
Auch OpenAI-Chef Sam Altman warnte bereits im Februar: CEOs könnten genauso gefährdet sein wie andere Führungskräfte. "Eine hochentwickelte KI-Superintelligenz wäre in der Lage, die Rolle des CEO eines großen Unternehmens besser auszufüllen als jeder Manager", so Altman.
Bei Meta hat sich der Fokus zuletzt stark auf KI verlagert. Zuckerberg soll wöchentlich fünf bis zehn Stunden damit verbringen, an KI-Projekten zu programmieren. Er verspricht die Entwicklung einer "persönlichen Superintelligenz", die mit Konkurrenzmodellen von OpenAI und Google mithalten kann.
Der CEO-Posten, der bisher von KI-bedingten Stellenstreichungen verschont blieb, könnte künftig also auch wackeln. Sollte Zuckerbergs Experiment erfolgreich sein, dürften sich selbst Unternehmenschefs ihres Jobs nicht mehr sicher sein.