Chaotische Zustände

Züge defekt, massive Verspätungen – ÖBB unter Druck

In den vergangenen Wochen sorgen mehrere Zugausfälle für Verspätungen im ÖBB-Reiseverkehr. Die Gewerkschaft übt nun scharfe Kritik. 

David Huemer
Züge defekt, massive Verspätungen – ÖBB unter Druck
Sechs Railjets sind derzeit in der Werkstatt. (Archivfoto)
ÖBB/Harald Eisenberger

Zugreisende brauchen in Österreich derzeit starke Nerven. Seit Anfang Dezember sorgen Zugausfälle und massive Verspätungen bei den ÖBB für chaotische Zustände und verärgerte Fahrgäste. Auch vor dem Weihnachtsreiseverkehr scheint sich die Lage nicht zu entspannen. Von den 60 RailJets der ÖBB, die unter normalen Bedingungen im Dauereinsatz stehen, sind derzeit nur 54 Garnituren einsatzfähig. 6 Züge der Flotte müssen aufgrund von Beschädigungen repariert werden. 

Neben den kaputten RailJet-Garnituren soll die ÖBB auch mit den Taktverdichtungen nach dem letzten Fahrbahnwechsel überfordert sein. "Unserer Meinung nach ist der aktuelle Zustand ein totaler Managementfehler. Bereits im Juli haben wir gesagt, dass wir Probleme bekommen. Nicht nur personaltechnisch, sondern auch im Fuhrpark. Jetzt stehen wir vor diesem Desaster", so Gerhard Tauchner von der Gewerkschaft "vida" im Ö1-Morgenjournal. 

Tauchner fordert deshalb eine Ausdünnung des Fahrplans, um zumindest die Zuverlässigkeit der Züge zu erhöhen. "Da muss man sich jetzt Zeit lassen und dann stufenweise das Ganze erhöhen", so der Gewerkschafter. 

"Umfassendes Angebot"

Bei den ÖBB gibt man sich weiter zuverlässig, den Weihnachtsreiseverkehr trotz Fahrzeugmangel bestmöglich über die Bühne zu bringen. "Trotz der angespannten Wagensituation werden wir auch im Weihnachtsverkehr wieder ein umfassendes Angebot anbieten können", erklärt Bernhard Rieder von den ÖBB. Man gehe davon aus, deutlich mehr Wagen wie in den letzten Tagen zur Verfügung zu haben. 

In diesen Fällen bekommst du Geld zurück

Mit den teils stundenlangen Verspätungen im Zugverkehr steigt auch das Recht der Passagiere auf Rückerstattungen. Laut Robert Kogler von der Agentur für Passagier- und Fahrgastrechte stehen jedem Passagier ab einer Verspätung von 60 Minuten am Zielort eine Erstattung von 25 Prozent des Ticketpreises zu. "Ab einer Verspätung von 120 Minuten ist es sogar die Hälfte des Ticketpreises", so der Experte im Ö1-Morgenjournal. 

Dabei rät Kogler, sich vor Fahrtantritt genau über mögliche Verspätungen zu informieren. "Sollte es zu Verspätungen kommen, dann ist es ratsam, ein Gedächtnisprotokoll zu schreiben und die Fahrkarten aufzuheben", erklärt der Experte. "Je besser man es nachvollziehen kann, desto einfacher ist die Forderung einer Rückerstattung."

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    25.05.2024: Bus ließ Wiener nicht einsteigen, nahm aber Koffer mit. Ein Wiener verpasste Anfang April nicht nur seine Reise nach Zagreb, er verlor auch noch sein Gepäck. Er gibt dem Busunternehmen die Schuld.
    Fabian Sommer / dpa / picturedesk.com / Leserreporter
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