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Zuerst schossen Angreifer, dann entführten sie Kinder

In einer Koranschule in Nigeria sind Dutzende Kinder entführt worden. Die genaue Anzahl ist noch unklar. Den Tätern geht es in der Regel um Geld.

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Entführungen sind keine Seltenheit in Nigeria. Erst vor kurzem wurden 14 Studierende nach sechs Wochen wieder freigelassen. Gegen den Anstieg an Entführungen sind Menschen wie hier in Gauruka auf die Straße gegangen.
Entführungen sind keine Seltenheit in Nigeria. Erst vor kurzem wurden 14 Studierende nach sechs Wochen wieder freigelassen. Gegen den Anstieg an Entführungen sind Menschen wie hier in Gauruka auf die Straße gegangen.
KOLA SULAIMON / AFP / picturedesk.com

Bewaffnete Angreifer haben in Nigeria Dutzende Kinder aus einer Koranschule entführt. Das teilten Behörden, Bewohner und Bewohnerinnen am Sonntagabend mit. "Eine noch unbekannte Zahl" von Schülern der Koranschule Salihu Tanko sei entführt worden, erklärte die Regierung des nigerianischen Bundesstaates Niger im Kurzbotschaftendienst Twitter. Die Entführer hätten elf Kinder freigelassen, die offenbar zu klein gewesen seien.

Zum Zeitpunkt des Angriffs seien rund 200 Kinder in der Schule gewesen, einige von ihnen hätten jedoch fliehen können, teilte einer der Schulleiter mit, der anonym bleiben wollte. Zunächst hätten die Angreifer "mehr als hundert Kinder" in ihre Gewalt gebracht, "aber dann haben sie die, die sie für zu klein hielten, die Vier- bis Zwölfjährigen, laufen gelassen", sagte er weiter. Er könne nicht genau sagen, wieviele Kinder entführt worden seien.

Nach Angaben der Polizei wurde ein Bewohner der Stadt Tegina bei dem Angriff getötet. Demnach schossen die auf Motorrädern fahrenden Angreifer wahllos in die Gegend, bevor sie die Schulkinder entführten.

Angst vor Dschihadisten wächst

Die Entführung ereignete sich einen Tag nach der Freilassung von 14 Studierenden, die knapp sechs Wochen zuvor gekidnappt worden waren. Die Studierenden waren am 20. April von Angreifern an der Greenfield-Universität in Kaduna entführt worden. Bei dem Angriff wurde ein Mitarbeiter der Hochschule getötet. Die Angreifer verschleppten insgesamt etwa 20 Studierende. Fünf von ihnen ermordeten sie kurz nach dem Überfall auf die Universität, um ihren Lösegeldforderungen Nachdruck zu verleihen.

Die Regionalregierung des Bundesstaats Kaduna appellierte gleichwohl an die Eltern der Entführten, kein Lösegeld zu zahlen, damit kein Anreiz für weitere derartige Verbrechen geschaffen werde.

Seit Jahren mehren sich im Norden und Zentrum Nigerias die Angriffe krimineller Banden. Die von den Behörden als «Banditen» bezeichneten Gruppierungen entführen Schulkinder und Studenten, um Lösegeld zu erpressen, und sind auch für Plünderungen und Viehdiebstähle verantwortlich. Die Banden handeln vornehmlich aus finanziellen Motiven. Es gibt jedoch wachsende Bedenken, dass sie mit Jihadisten kooperieren könnten. Diese kämpfen seit Jahren für einen islamistischen Staat im Nordosten Nigerias.

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