Was zunächst wie eine skurrile Szene am Wiener Praterstern aussah, könnte nun zum entscheidenden Beweis in einem Kriminalfall werden. Nachdem "Heute" über einen Mann berichtet hatte, der vor einer Woche mit einer Vespa bis zur U2-Station Praterstern unterwegs war, meldete sich der rechtmäßige Besitzer des Rollers bei "Heute".
Am frühen Mittwochmorgen hatte ein "Heute"-Leser gegen 5.30 Uhr einen Mann samt Vespa im U-Bahn-Bereich des Pratersterns entdeckt. "Ich dachte, ich sehe schlecht. Da hat jemand tatsächlich seine Vespa bis zur U2 runtergefahren", schilderte der Augenzeuge. Warum der Mann den Motorroller durch die U-Bahnstation schob, war zunächst völlig unklar.
Nun bekommt der Fall eine überraschende Wendung. Der Zulassungsbesitzer der Vespa meldete sich bei "Heute" und räumt mit den bisherigen Spekulationen auf.
"Als Eigentümer des abgebildeten Fahrzeugs kann ich die Spekulationen, es habe sich um einen technischen Defekt oder einen leeren Tank gehandelt, ausräumen – der Mann hatte bei der Entscheidung, das Motorrad mit den Öffis zu transportieren, andere Motive", erklärt der Wiener. Besonders brisant: "Das Fahrzeug ist von mir seit 8. Juli als gestohlen gemeldet."
Damit könnte aus dem kuriosen Leserfoto nun ein wichtiges Beweismittel werden. Die Polizei ermittelt wegen des gemeldeten Fahrzeugdiebstahls. Der am Praterstern aufgenommene Schnappschuss könnte nun dabei helfen, den mutmaßlichen Dieb zu identifizieren und zu überführen.
Die gestohlene Vespa wurde am Samstag von einer Polizeistreife in einem verlassenen Gebäude im 2. Bezirk entdeckt. Das Moped wurde offensichtlich beschädigt – wie groß der Schaden ist, kann aktuell noch nicht beziffert werden.
"Nähere Details zum Fall sind aktuell noch nicht bekannt, da bislang keine Einsicht in die Ermittlungsakte möglich war", erzählt der Besitzer der Vespa. Laut ihm dürfte es sich bei dem Fund um einen Zufallstreffer einer Polizeistreife gehandelt haben.