Zunehmend Kritik am "Pensions-Hunderter"

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SPÖ und ÖVP haben sich im November darauf geeinigt, dass alle Pensionisten mit 1. Jänner eine Einmalzahlung von 100 Euro bekommen. Dies wird nun scharf kritisiert. Für das Pensionskonto endet zudem mit Jahresende eine wichtige Frist. Bis dahin muss man fehlende Versicherungszeiten melden, um später keine Verluste zu riskieren.

Finanzminister Hans Jörg Schelling spricht im Bezug auf den "Pensions-Hunderter" von "reinem Populismus", Fiskalrats-Chef Bernhard Felderer zog am Mittwoch sogar Vergleiche mit Jörg Haider. Über ihn habe man gelacht, wenn er solche Ideen hatte.

ÖVP-Sozialsprecher August Wöginger lobte dagegen die Einmalzahlung und die Stärkung der Kaufkraft der Pensionisten. SPÖ-Sozialminister Alois Stöger sieht ebenfalls "positive wirtschaftliche Effekte". Die Opposition spricht von einem "Vorwahlzuckerl" und kritisiert, dass der Hunderter nicht mit der Pensionshöhe gedeckelt wurde.

480.000 haben Lücken in Pensionskonten

Rund 5,1 Millionen Pensionskonten gibt es bei der Pensionsversicherungsanstalt (PVA). Davon wurden für 3,6 Millionen Personen, die ab 1. Jänner 1955 geboren sind und bis Ende 2004 Versicherungszeiten erworben haben, sogenannte Kontoerstgutschriften berechnet. Damit wurden die bis Ende 2013 erworbenen Versicherungszeiten ins neue Pensionskonto übertragen.

Von diesen 3,6 Millionen Pensionskonten wiesen ursprünglich 2,4 Millionen Lücken im Versicherungsverlauf auf. Die PVA hat diese Personen mehrfach darauf aufmerksam gemacht und Schreiben verschickt. 80 Prozent dieser Personen haben bisher geantwortet. Das bedeutet, dass 480.000 Personen ihre etwaigen fehlende Versicherungszeiten noch nicht gemeldet haben. Sie haben dafür nur noch bis Jahresende Zeit. Danach ist eine Meldung zwar noch möglich, dann kommen sie aber nur noch in eine sogenannte Ergänzungsgutschrift, und damit wären auch Verluste möglich.

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