Zurück an den Start für Denkmal für NS-Opfer

Mit diesem Entwurf von zwei Händepaaren, die sich liebevoll übereinander legen, gewann der britische Künstler Marc Quinn den Wettbewerb für das Denkmal für homosexuelle Opfer der NS-Zeit. Doch aufgrund der unsicheren, globalen Situation zog Quinn sein Projekt zurück. Damit geht es für die Stadt zurück an den Start. 
Mit diesem Entwurf von zwei Händepaaren, die sich liebevoll übereinander legen, gewann der britische Künstler Marc Quinn den Wettbewerb für das Denkmal für homosexuelle Opfer der NS-Zeit. Doch aufgrund der unsicheren, globalen Situation zog Quinn sein Projekt zurück. Damit geht es für die Stadt zurück an den Start. Rendering: Marc Quinn
Die Riesenhände von Marc Quinn sollten an die homosexuellen Opfer des NS-Regimes erinnern. Gebaut wird es nicht, der Künstler zog den Entwurf zurück.

Im Juli 2020 präsentierte die Stadt den Siegerentwurf für das geplante Denkmal für Opfer der Homosexuellen-Verfolgung in der NS-Zeit im Resselpark (City). Der britische Künstler Marc Quinn setzte sich mit seinen "Riesenhänden" gegen sieben Mitbewerber als Gewinner durch, wir haben berichtet

Tatsächlich gebaut wird das Denkmal aber nicht. Wie das Büro von Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) heute bekannt gab, zog der Künstler seinen Entwurf aufgrund "der aktuellen globalen Lage" zurück. Das Denkmal für die homosexuellen NS-Opfer wird daher neu ausgeschrieben.

Globale Lage verhindert Zusage für Fertigstellung des Denkmals

Quinn begründet seine Absage, dass er "angesichts der aktuellen globalen Lage und im Bewusstsein, wie viele Ressourcen in die Umsetzung des Gesamtkonzepts des Kunstwerks einfließen", nicht in der Lage sei mit Gewissheit zu sagen, wann eine Fertigstellung möglich sei. "Mit Bedauern und meinem größten Respekt vor allen am Projekt beteiligten Personen ziehe ich mich zurück, damit die Stadt Wien den nächsten Schritt zur Umsetzung dieses wichtigen Denkmals setzen kann".

Kulturstadträtin Kaup-Hasler bedauert die Situation sehr, verstehe und respektiere aber die Entscheidung. "Ein Kunstwerk ist immer eng mit dem ihm zugrundeliegenden künstlerischen Prozess verknüpft. Kann dieser künstlerische Prozess nicht stattfinden, aus welchen Gründen immer, dann wirkt sich das auch auf das originäre Kunstwerk aus. Insofern kann ich die Haltung des Künstlers nachvollziehen und es spricht auch für seine Integrität, wenn er unter geänderten Umständen, verursacht durch die weltweite Situation, seine Idee zurückzieht".

Nun heiße es nach vorne zu blicken und eine neue Ausschreibung zu initiieren. "Ich freue mich auf viele neue künstlerische Ideen und Entwürfe für dieses wichtige Denkmal als Zeichen von Antidiskriminierung im öffentlichen Raum", betont Kaup-Hasler.

Neue Ausschreibung soll so rasch wie möglich starten

KÖR-Kunst im öffentlichen Raum Wien und die Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen (WASt) wollen nun so rasch wie möglich eine neue Ausschreibung vorbereiten, das ein zweistufiges Verfahren vorsieht.

In einem ersten Schritt ergehe an einen nicht beschränkten Interessentenkreis die Aufforderung zur Teilnahme und Ideen, Entwürfe, Skizzen und Konzepte werden gesammelt. In einem zweiten Schritt werden einige Projekte davon ausgewählt und die Teilnehmer eingeladen, diese tiefergehend auszuarbeiten. Eine mehrköpfige internationale Jury wählt das Siegerprojekt, das in weiterer Folge umgesetzt werden soll. Das Gesamtbudget von 300.000 Euro wird von der Stadt Wien und dem Nationalfonds der Republik Österreich zur Verfügung gestellt. Die Ausschreibungsunterlagen sind ab Ende September auf den Websites der Kunst im öffentlichen Raum GmbH und der WASt downloadbar.

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