Für ein paar Euro nach Paris - schön wär's. Der ÖAMTC hat sich die Nebenkosten der "Schnäppchen"-Tickets der Airlines angesehen und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: Selbst die einfache Abwicklung über eine Onlinebuchung samt Kreditkartenbezahlung lassen sich die Anbieter fürstlich entlohnen.
Für ein paar Euro nach Paris - schön wär's. Der ÖAMTC hat sich die Nebenkosten der "Schnäppchen"-Tickets der Airlines angesehen und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: Selbst die einfache Abwicklung über eine Onlinebuchung samt Kreditkartenbezahlung lassen sich die Anbieter fürstlich entlohnen.
"Bei Internetbuchung können je nach Gesellschaft zwischen 5 und 12,50 Euro anfallen. Kauft man sein Ticket telefonisch oder am Flughafenschalter, zahlt man bei Austrian Airlines sogar 45 Euro. Viele Fluggesellschaften erheben auch Gebühren für die Zahlung per Kreditkarte - zwischen 5 und 10 Euro", rechnete am Mittwoch ÖAMTC-Reiseexpertin Dagmar Riedl in einer Aussendung vor. Damit Passagiere den Überblick behalten und böse Überraschungen vermieden werden, hat die ÖAMTC-Touristik die Zusatzkosten von zehn europäischen Fluglinien ermittelt und miteinander verglichen.
Auch das Reisegepäck könne schnell zur Kostenfalle werden. So sei bei easyJet, Germanwings und Ryanair die Mitnahme eines Gepäckstücks (außer Handgepäck) kostenpflichtig. Die Preisspanne betrage dabei bis zu 70 Euro.
(Nicht-)Freigepäck
Im Ticketpreis nicht inkludiert ist die Mitnahme eines Gepäckstücks (außer Handgepäck) bei easyJet, Germanwings und Ryanair. Wird dennoch ein Koffer eingecheckt, sind Zusatzgebühren bis zu 70 Euro möglich. Wer allerdings bereits bei der Online-Buchung sein Gepäcksstück voranmeldet, zahlt teilweise nur die Hälfte gegenüber der kurzfristigen Anmeldung am Flughafen - wie im Falle von easyJet. "Die Handgepäcksvorschriften variieren zwischen den Airlines. Während manche maximal ein Handgepäckstück dulden, erlauben andere eine zusätzliche Hand- oder Laptoptasche", gibt die ÖAMTC-Touristikerin zu bedenken.
Sondergepäck
Transportiert man Sportgepäck oder einen Kinderwagen, sollte man dies unbedingt rechtzeitig bei der Airline anmelden. "In der Regel ist es möglich, Kinderwagen bis zum Boarding mitzunehmen und erst kurz vor Einstieg ins Flugzeug dem Bodenpersonal zu übergeben", weiß Riedl. "Mit klappbaren Buggys ist man auf der sicheren Seite, denn diese werden zusätzlich zum Freigepäck kostenlos transportiert". Auch für die Mitnahme von speziellem Sportequipment hat jede Airline ihre eigene Regelung. In den meisten Fällen sind Golftaschen oder Tauch- und Skiausrüstung Teil der Freigepäckmenge - teilweise sind sie jedoch an bestimmte Bedingungen wie maximale Größe oder Gewicht bzw. Flugstrecke gekoppelt. Bei Überschreitung werden mindestens 50 Euro fällig (Germanwings), teilweise sogar bis zu 200 Euro (Alitalia).
Buchung
Nahezu alle verglichenen Fluglinien erheben die so genannte "service charge". Die Höhe dieser Gebühr richtet sich meist nach der Buchungsart. Bei Internetbuchung können je nach Gesellschaft zwischen fünf und 12,50 Euro anfallen. Kauft man sein Ticket telefonisch oder am Flughafenschalter, zahlt man bei Austrian Airlines sogar 45 Euro. Viele Fluggesellschaften erheben auch Gebühren für die Zahlung per Kreditkarte - zwischen fünf und 10 Euro. ÖAMTC-Expertin Riedl rät zum Einkalkulieren solcher Kosten: "Aus Mangel an alternativen Zahlungsmöglichkeiten kann man dieser Gebühr kaum entgehen."
Sitzplatzreservierung & Snacks
Möchte man seinen Sitzplatz bereits während der Buchung reservieren, wird der Ticketpreis abermals in die Höhe getrieben - mindestens vier und maximal zwölf Euro werden fällig. Wer auf diesen Service verzichtet und dennoch nicht weit entfernt vom Reisepartner sitzen möchte, sollte sich rechtzeitig zum Check-In begeben. Nur Air France, Alitalia und Austrian Airlines reservieren Lieblingsplätze kostenlos. Für Flüge mit easyJet, Germanwings und Ryanair sollte man auch an die Verpflegung denken - sofern man nicht draufzahlen möchte. Denn hier kosten auch Getränke und Snacks extra.
Für die Auflistung wurden die Konditionen der klassischen Economy Class und für Flüge innerhalb Europas (Kurz- und Mittelstrecke) folgender Fluglinien miteinander verglichen: airberlin/Niki, Air France, Alitalia, Austrian Airlines, easyJet, British Airways, Germanwings, InterSky, Lufthansa und Ryanair. Tarife mit Zusatzleistungen, Spezialkonditionen, Bonusprogramme und Sonderangebote wurden nicht berücksichtigt. Ausgenommen von diesem Vergleich sind auch Flughafensteuern und Kerosinzuschläge, da diese meist im Ticketpreis enthalten sind.